Ventile einstellen - Motor ausbauen mal anders

  • Nachdem meine Blade nun knapp die 70tkm erreicht hat und demnach eh bald mal wieder eine Nachschau der Ventile anstehen würde, habe ich das nun in Angriff genommen (solange die Temperaturen in der Garage noch erträglich sind).
    Da die Ventile bei der letzten Nachschau (50tkm) teilweise schon an der unteren Toleranzgrenze waren, habe ich mich dazu entschlossen nicht erstmal nur zu prüfen, sondern direkt den Motor auszubauen und alles ohne elendiges Gefummel zu erledigen. Bei der ersten Kontrolle (24tkm) waren alle voll im Soll.


    Mit der Befürchtung im Hinterkopf, dass die Krümmerschrauben nach 13 Jahren mit dem Motor eine Einheit gebildet haben und dementsprechend nicht mehr so gerne raus wollen, wie ich das gerne hätte, habe ich nach einer Alternative gesucht. Nachdem ich mir ein paar Bilder der Blade ohne Verkleidung angeschaut habe, habe ich mich dafür entschieden das Bike in zwei Teile zu zerlegen.


    Soll heißen:
    Teil 1: Motor inkl. Kühler, Schwinge, Hinterrad
    Teil 2: Kompletter Vorderbau inkl. Rahmen, Heckrahmen, Kabelbaum


    Zuerst Seitenverkleidung, Tank und Lufi-Kasten abmontiert und dann alle Verbindung zwischen Teil 1 und 2 getrennt....also Gas- und Kupplungszug und Kabelbaum der beiden Teile getrennt.
    Bike aufm Zentralständer gestellt und Holzklotz unter dem Krümmer untergelegt.
    Den Rahmen mit zwei Zurrgurte an zwei Deckenhaken fixiert
    Dann die 5 Motorschrauben (2x links, 2x rechts und hinten mittig) und die ober Federbeinaufnahme abgeschraubt und voila: Bike geteilt
    Jetzt muss man nur das Vorderrad wieder auf den Boden ablassen, die Zurrgurte entfernen, das Heck anheben und das Oberteil nach vorne wegschieben.
    Und nun kommt man super an alles ran.


    Da ich den "Motorausbau" in dieser Form bisher noch nirgends gesehen habe, wollte ich es mal kundtun. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen. Wenn es das schon gab und ich es bisher einfach nur übersehen habe, will ich nichts gesagt haben. :P


    Insgesamt sind 5 Ventile an der unteren Toleranzgrenze und 2 minimal drunter. Nach knapp 70tkm muss nun das erste mal eingestellt werden. Da ich ein paar Shims untereinander tauschen konnte, habe ich fast alle wieder in den mittleren Toleranzbereich bekommen. Nun fehlen mir nur 3 Shims.


    Falls jemand einen 162, 158 und 148er Shim rumliegen hat, darf er sich gerne bei mir melden. ;)


    Und nun natürlich zwei Bilder des geteilten Bikes.


  • Ich habe nicht auf die Uhr geschaut wie lange ich zum Zerlegen gebraucht habe...ein paar Stunden.


    Da ich das aber noch nie gemacht habe, habe ich diverse Schritte mit Bildern dokumentiert, alle möglichen Kabel und Teile mit Zetteln markiert und lieber etwas langsamer und aufmerksamer gearbeitet. Wenn man dann mal weiß, wo was hingehört, würde das beim 2. Mal sicher wesentlich schneller gehen.


    Ohne Motorausbau ist Ventile einstellen m.M. keine Alternative...einfach viel zu wenig Platz.


    Und da mir Schrauben Spaß macht und in der "Winterzeit" sowieso Zeit ist, mache ich mir den Aufwand gerne selbst. Und ein paar hundert Euro spare ich mir auch noch.

  • Bei Youtube habe ich zwei Videos über das Ventile prüfen und einstellen einer CBF1000 gefunden. Da der Motor quasi identisch ist, sind die als Videovorlage hervorragend geeignet. Einfach nach "CBF1000 Ventilspiel" suchen.

  • Problem ist doch meist eher dass man den Deckel nachdem er vom Motor abgeschraubt ist nicht aus dem Rahmen rausbekommt... erinnere mich dass das irgendwie nur in einem bestimmten Winkel passt.


    Aber dann ist doch eigentlich genug Platz.

  • Natürlich kann man beim Zerlegen Kompromisse machen um möglichst wenig abzuschrauben. Ob man dann allerdings im Endefekt Zeit spart, ist m.M. fraglich, da man sich mit "Gefummel" rumärgern muss.
    Mir war unter anderem auch wichtig, dass ich den Kühler dran lassen kann und keine Flüssigkeiten ablassen muss.


    Ich bin nun sehr froh keinen Kompromiss gemacht zu haben und nun völlig stressfrei am Motor hantieren zu können. Und auf ein paar Stunden hin oder her kommt es jetzt im Winter doch sowieso nicht an.


    Bleibt nur zu hoffen, dass ich das Bike auch wieder zusammenbekomme :)

  • Problem ist doch meist eher dass man den Deckel nachdem er vom Motor abgeschraubt ist nicht aus dem Rahmen rausbekommt... erinnere mich dass das irgendwie nur in einem bestimmten Winkel passt.


    Aber dann ist doch eigentlich genug Platz.


    Ja mit etwas gewackel und geruckel bekommt man den schon raus und rein. Rein war fast schlimmer, weil die Dichtung nicht am Deckel bleiben wollte.


    Nur was mich auch zum Ausbau bewegen würde ist der Ausbau der Nockenwellen, der Tassen etc. Das geht wohl wenn man den Motor vor sich liegen/stehen hat schon um einiges schöner. Aber wer Geduld hat kann das sicherlich auch im eingebauten Zustand erledeigen ;)

    Erfolg ist kein Glück, sondern nur das Ergebnis von Blut, Schweiß und Tränen...

  • Geniale Idee,
    mir ist vor 3 Wochen der Motor kaputt gegangen.
    Erst mal hab ich das Moped genau so geteilt wie du vorschlägst. (4 Std)
    Kopf ab und festgestellt der Block ist in 3 Zylindern gerissen. 1 x mit Ausbrüchen.
    Jetzt habe ich aus einem intakten Rumpf und einem vorhandenen Kopf wieder neu aufgebaut.
    Genau mit deiner Methode.


    Der Vorteil ist:
    Du kannst alles an die Schwinge bauen, mit Hinterrad und Kette.
    Man braucht keinen Motorhaltebock oder was ähnliches.
    Das drehen des Motors ist dann ein Kinderspiel.
    Ventile prüfen und Plättchen wechseln ein Kinderspiel.
    Kein Gefummel mit dem Ventildeckel.
    Neue Steuerkette und Spanner verbauen, absolut easy.
    Zündkerzen einfachst zu wechseln.
    Die Einspritzung ist jetzt leicht zu montieren.


    Ich werde beim nächsten Ventile Einstellen wieder das Moped teilen.
    Das ist ein so schönes Arbeiten, da sind mir die 2-3 Mehrstunden egal.
    In der Zeit hab ich sonst irgendwelche Schrauben an unmöglichen Stellen versenkt oder über die Honda Ingenieure geflucht.


    Danke für den Tip.
    Ali