Gefahrenbremsung aus 200 km/h auf 100 km/h - Mein Eindruck

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  • Gefahrenbremsung aus 200 km/h auf 100 km/h - Mein Eindruck

    Hallo,

    ich fahre erst seit zwei Wochen eine SC59 aus 2012 mit ABS.
    Ich empfand die Bremswirkung in der Stadt oder beim Anbremsen vor der Kurve ganz ordentlich.

    Heute bin ich auf der Autobahn gewesen und vor mir ist ein Auto mit Anhänger ausgeschert, ich hatte ungefähr 200 km/h auf dem Tacho und habe dann mit meiner kompletten Hand am Hebel (nur vorne) gezogen, mehr ging nicht. Danach saß der Schock erst mal tief.
    Ich empfand die Bremsleistung schwach, nicht sehr schwach, aber denoch schwach, ich hätte mir etwas mehr biss gewünscht. Ich konnte gerade so noch links neben dem Auto ausweichen und hatte dann ca. 100 km/h auf dem Tacho.
    Vorher hatte ich nicht wirklich häufig gebremst. Bin also keine kurvenreiche Strecke oder ähnliches gefahren.

    Bremse ich aus normaler Geschwindigkeit ~ 60 km/h herunter empfinde ich die Bremsleistung mit eingreifen vom ABS weiterhin ganz ordentlich.

    Jetzt suche ich die Ursache. Wie ist eure Meinung? Ist das bei der SC59 normal? Könnten die Beläge mal getauscht werden? Ich weiß leider nicht ob organisch oder sinter montiert sind. Oder sind sogar die Scheiben hinüber.
    Hätte ich auch stark mit dem Fuß bremsen müssen um eine ordentlich Bremsleistung hin zu bekommen? Kurz vorher bin ich ~ 270 km/h gefahren, dass hätte ich nie geschafft.





  • soweit ich weiß hat die sc59 Standart schon sinter belüge verbaut

    Ferndiagnose ist schwierig und ob das normal ist oder nicht kann dir hier auch keiner sagen, ohne das Bike gefahren zu haben

    Fahr doch mal zum Honda Händler und lass ihn fahren

    Dass eine bremsung mit 60 anders ist als mit 200 sollte dir klar sein
    Da steckt schon Gewalt dahinter wenn man 200 abbremst.
  • Das ABS der 2012er SC59 regelt doch auch die Bremsleistung so daß das Hinterrad am Boden bleibt wenn ich das richtig gelesen habe, bei einem System welches das nicht kann wäre wahrscheinlich dein Hinterrad extrem abgehoben und du hättest per Hand die Bremse lösen müssen damit du dich nicht überschlägst.
    Vielleicht ist dir durch dieses regeln des ABS Systems die Bremsung schwach vorgekommen, aber mit einer konventionellen Bremse wärst du vielleicht sogar gestürzt wenn du die Bremse nicht gelöst hättest weil das Hinterrad zu weit abgehoben hätte, und wenn du gelöst hättest, dann hättest du das auch nicht mit einem kürzeren Bremsweg geschafft sondern der wäre noch länger geworden denke ich.
    Grüße aus dem Altmühltal, Chris :biker:
  • Ich würde die ganze Übung nochmal wiederholen und schauen wie sie diesmal bremst. Allerdings den Anhänger weglassen

    Wenn das wirklich eine "Gefahrenbremsung" war, bei der plötzlich ein Anhänger mit ungeheurer Geschwindigkeit rückwärts auf einen zugerollt kommt, kann man schnell den Eindruck bekommen, das Motorrad könnte nicht schnell genug zum Stillstand kommen.

    Die Geschwingikeit sollte keine große Rolle spielen. Maximale Verzögerung ist maximale Verzögerung.
    Nur die Bremsdauer steigt mit der Geschwindikeit und damit die Temperatur der Beläge/Scheibe.

    Kann es sein, dass das ABS Geschwindigkeitsabhängig arbeitet und da was nicht stimmt?
  • Danke schon mal für eure Anworten und ich verstehe eure Ansätze.

    Und es ist aus der Ferne sicherlich schwer zu beurteilen ob das System korrekt arbeitet oder ich nur falsche Vorstellungen habe.
    Interessiert hätte mich eben, wenn ihr bei so einer hohen Geschwindigkeit voll reingreift, ob ihr gefühlt mit dem Ergebnis zufrieden seit?

    Obwohl es ja ein kombiniertes Bremssystem ist, bin ich der Meinung, wenn ich z.B. aus 100 km/h sehr stark bremse, es besser bremst, wenn ich manuell noch mit dem Fuß zusätzlich bremse.
  • Erstmal Glückwunsch zum Geburtstag :!:
    Den Änhänger mit rund 100km/h zu treffen wäre sicher ungesund gewesen....

    Ich fürchte leider, anhand Deiner Darstellung kann dir hier niemand helfen: es geht um DEINEN
    subjektiven Eindruck.
    Offen sind u.a. die entscheidenden Entfernungen die zurückgelegt wurde, oder der Abtand zum Vorausfahrenden.
    Nach Faustformel liegt der Bremsweg bei 100 km/h noch bei ungefähr 100 Meter.
    Ob jetzt 5 Meter mehr oder weniger, sei dahingestell, aber du musst so nach dem Ausweichen
    noch ein Weilchen gerollt sein?!
    Der ungefähre Anhalteweg liegt (wieder nach Faustformel) bei ca. 450 m, nehmen wie die ca. 100 Meter
    weg, die Du nach dem passieren des Anhängers noch zurückgelegt hast warst Du wohl beim
    Erkennen der Gefahr noch recht weit weg?! Das könnte Deine Einschätzung der Bremsleistung relativieren.
    Eine Erkenntnis könnte auch eine gefahrlose Vergleichsbremsung mit einem anderen Bike (mit ABS) bringen.

    Ansonsten hilft nur klassisches Handwerk: Bremsbeläge raus und prüfen, wie das Alter der Bremsflüssigkeit
    und die Funktion des ABS.

    ...und klar bringt die Nutzung der Hinterradbremse etwas: es reduziert die Vortriebsenergie - immer.

    Viel Erfolg und weiterhin viel Glück! :)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von To_Blade ()

  • Wenn ich voll mit der ganzen Hand reinlange, liege ich auf der Klappe. :D
    Sei froh, dass du dein ABS hattest.
    Mach evtl mal nen Fahrsicherheitstraining, da wird auch richtig bremsen gelehrt.
    Du als Fahrer kannst aktiv eine stärkere Verzögerung beeinflussen -> weit nach hinten und voll mit den Oberschenkeln am Tank abstützen.
  • Kannst es ja mal versuchen abzuschätzen mit den Strichen auf der Autobahn.

    1 Strich + der Zwischenraum zum nächsten sind 18 Meter (google google, hätte ich auswendig auch nicht gewusst ;) ) , bei 200 kmh müsstest du so nach 160 m zum stehen kommen können, also etwa 9 Striche. (Gehe von 40 m Bremsweg bei 100 kmh aus).

    Das gute am ABS (wie gut oder schlecht es auch sein mag), ist dass das Bike absolut ruhig bleibt, man kann also schön mitzählen.
  • fritzdacat schrieb:

    Kannst es ja mal versuchen abzuschätzen mit den Strichen auf der Autobahn.

    1 Strich + der Zwischenraum zum nächsten sind 18 Meter (google google, hätte ich auswendig auch nicht gewusst ;) ) , bei 200 kmh müsstest du so nach 160 m zum stehen kommen können, also etwa 9 Striche. (Gehe von 40 m Bremsweg bei 100 kmh aus).

    Das gute am ABS (wie gut oder schlecht es auch sein mag), ist dass das Bike absolut ruhig bleibt, man kann also schön mitzählen.
    Das stimmt, die Fireblade ist ruhig geblieben, so dass ich links neben dem Mercedes Fahrer die selbe Geschwindigkeit hatte und ihm den Vogel zeigen konnte, was ihn Null interessiert hat.
  • Zu allen technischen Vermutungen hier kommt der Fakt, dass es sich um eine Schreckbremsung gehandelt hat.

    Das ist was ganz Anderes, als das "bewusste" Fahren. Durch den überdurchschnittlich hohen Adrenalinkick nimmt man alles anders wahr, die Zeit vergeht gefühlt langsamer. Das ist so ziemlich jedem schonmal so gegangen, wenn er sich gemault hat. Man fühlt sich quasi wie ein Passagier.

    Krassestes Beispiel aus dem Bekanntenkreis ist ein Bekannter, der sich mit knapp 250 Sachen gemault hat und durch mehr Glück als Verstand die leere Autobahn lang geschliddert ist.

    Rückwirkend betrachtet fand er es langweilig, weil er vom Gefühl her ewig gerutscht ist und nix machen konnte.

    Das Leder, Protektoren und teilweise auch Haut durch waren, hat er gar net so realisiert...

    Zur technischen Seite der Bremse: Obwohl Combined wird wohl hinten mehr Verzögerung erzeugt, wenn beide Bremsen manuell betätigt werden, hier kann man voll reinlangen, bei drohendem Blockieren macht den Rest die Elektrik. Langsam Anpumpen macht da keinen Sinn, denn Blockiergrenze ist Blockiergrenze - abgesehen davon, dass man im Schock eh nicht wirklich dosieren kann.
  • Ich würde mir mal keinen Kopf machen , ob die Bremsanlage irgendwo ein Defizit hat. Überleg was du da gemacht hast und wie das ABS auf sowas reagiert . Du packst mit voller Kraft in die vorderen Eisen , was macht das ABS , es regelt und regeln heißt Druck erhöhen Druck senken , ansonsten machst du nämlich einen spektakulären Abflug . Nicht umsonst besteht bei Mopeds die eigentlich für die Rennstrecke konzipiert sind , die Option , das ABS abzuschalten und zwar für diejenigen , die halt eben ein Motorrad konventionell mit max. Verzögerung bewegen wollen . Ich erinner mich noch an die ersten BMW R1100 S mit ABS , wenn du da eine Spitzkehre auf der letzten Rille angebremst hast , da kam die Kurve plötzlich schneller auf dich zu wie dir lieb war , weil man im Regelbereich vom ABS war .

    Gruß,
    Stephan
  • FireBlade Chris schrieb:

    Das ABS der 2012er SC59 regelt doch auch die Bremsleistung so daß das Hinterrad am Boden bleibt wenn ich das richtig gelesen habe, bei einem System welches das nicht kann wäre wahrscheinlich dein Hinterrad extrem abgehoben und du hättest per Hand die Bremse lösen müssen damit du dich nicht überschlägst.
    Bist du dir da sicher? Soweit ich weiß zieht Sie das Federbein hinten nur in die Federn bzw. bremst hinten "nur" zum stabilisieren mit. Überschlagen könnte man sich trotzdem.

    cyberz schrieb:

    Obwohl es ja ein kombiniertes Bremssystem ist, bin ich der Meinung, wenn ich z.B. aus 100 km/h sehr stark bremse, es besser bremst, wenn ich manuell noch mit dem Fuß zusätzlich bremse.
    Ganz genau. Die Erfahrung habe ich auch gemacht.

    BreiterAngststreifen schrieb:

    Auch beim abs gilt bremsen
    Also den Hebel progressiv durchziehen , nicht digital
    Dazu hinten mit bremsen ( bringt trotz c-abs noch was , wieso auch immer )
    Und deine Sitzposition hat natürlich auch Einfluss
    :thumbup:
    Volle Zustimmung! Aufgrund der dynamischen Radlastverschiebung, beim starten des Bremsvorgangs muss sich der "Latsch" ( Reifenaufstandsfläche ) erst anfangs vergrößern um anschließend die volle Bremswirkung zu haben. Natürlich regelt das ABS auch bei einer Schreckbremsung bevor der Latsch 100% groß ist, aber so werden auch mit ABS am Anfang ein paar Meter verschenkt.

    Das lässt sich relativ gefahrlos testen und ist tatsächlich spürbar.
    Wenn ich das Gefühl habe, dass die Blade mit ABS zu schlechte Bremswirkung hat, dann weil ich zu schnell am Hebel gezogen habe.

    Aber ja ... dabei kann einem das Herz schon mal wohin rutschen 8|

    Ich an deiner Stelle würde es Abends/Nachts, wenn nicht mehr so viel los ist, tatsächlich mal testen...

    VG David
  • DaFFyD schrieb:

    FireBlade Chris schrieb:

    Das ABS der 2012er SC59 regelt doch auch die Bremsleistung so daß das Hinterrad am Boden bleibt wenn ich das richtig gelesen habe, bei einem System welches das nicht kann wäre wahrscheinlich dein Hinterrad extrem abgehoben und du hättest per Hand die Bremse lösen müssen damit du dich nicht überschlägst.
    Bist du dir da sicher? Soweit ich weiß zieht Sie das Federbein hinten nur in die Federn bzw. bremst hinten "nur" zum stabilisieren mit. Überschlagen könnte man sich trotzdem.Wenn ich das Gefühl habe, dass die Blade mit ABS zu schlechte Bremswirkung hat, dann weil ich zu schnell am Hebel gezogen habe.
    Ja, das hilft wirklich gegen Überschlag. Hatte letztes Jahr zweimal "das Vergnügen".
    Durch die Combined Funktion wird das Hinterrad mit abgebremst. Wenn das abhebt, also nicht mehr vom Moped mitgedreht wird, blockiert es recht schnell. Das registriert das ABS und macht sehr schnell beide Bremsen auf, um den Hinterlauf wieder auf den Asphalt zu bringen. So zumindest bei den "alten" 02er und 03er Steuergeräten. Das hat aber zum bekannten Gefühl geführt, "Meter zu verschenken" weshalb es ab Facelift ein bissl träger eingestellt wurde.
  • Moin Tim,

    was die Kollegen hier schreiben ist vollkommen richtig, ohne ABS hätte es dich mit Sicherheit gelegt und du könntest diesen Text hier nicht absondern.

    Jedoch eine Überprüfung der Bremsanlage könnte nach den geposteten Bildern sicherich nicht schaden, besonders gepflegt sieht selbige nicht aus.

    1* wann war der letzte Bremsflüssigkeistswechsel
    2* wie sehen die Bremsbeläge aus.....die Sc 59 hat gesinterte Beläge ausser ein Hobbyschrauber ( Vorbesitzer war ein Sparfuchs)keine Unterstellung....

    Die Bremsanlage sieht so aus als wäre auch im Winter oder schon sehr zeitig im Frühjahr das Motorrad bewegt worden.Daher kann es schon sinnvoll sein die Beläge zu prüfen oder gegebenen Falls auszutauschen.

    Wenn dir der Bremsvorgang nicht ganz koscha vorkam so lasse die Bremsanlage vom HH prüfen...da hängt dein Leben dran....nur so ein Tipp.
  • DaFFyD schrieb:

    Bist du dir da sicher? Soweit ich weiß zieht Sie das Federbein hinten nur in die Federn bzw. bremst hinten "nur" zum stabilisieren mit. Überschlagen könnte man sich trotzdem.
    Hier: cbr1000rr.de/sc59/die_fireblade_2012/die_fireblade_2012.html unter Bremsen steht:

    "Gleichzeitig optimiert das kombinierte Bremssystem kontinuierlich die Verteilung der angewandten Bremswirkung und hält das Hinterrad am Boden."


    Der Drehzahl Sensor am Hinterrad merkt ja wenn das Rad hinten durch das abheben plötzlich eine andere Drehzahl hat als das Vordere, bzw. plötzlich still steht wenn die Bremse hinten auch zu ist und Kupplung gezogen ist, und könnte daher vorne die Bremsleisung reduzieren um das hintere Rad wieder auf den Boden zu bekommen.
    Grüße aus dem Altmühltal, Chris :biker:
  • Tim
    Hast du auch die Kupplung gezogen?

    Alles andere, wie die Jungs oben auch geschrieben haben, also alles mal in Ruhe prüfen. Aber vergiss nicht, dass es ein Motorrad ist. Die Bremse ist da nicht identisch mit einem Auto und gerade wenn du etwas schneller fährst, wird es im schlechtesten Fall mal eng.

    Gruß
    G.A.C.O.
    "Der schnellste Inder westlich des Ganges" ;)

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