Supersportreifentest 2019 - Bridgestone - Dunlop - Michelin

  • Neben den Enduroreifen darf ich auf Einladung von http://www.MotorradreifenDirekt.de
    auch die aktuellen Supersportreifen testen.



    Auf den 3 identischen Kawasaki ZX 10 R SE werden folgende Reifen getestet.
    (auf dem Bild von links nach rechts)
    Dunlop Sportsmart Mk3
    Bridgestone S22
    Michelin Power RS+



    Den Blindtest auf der Rennstrecke hat Arne Tode auf der Rennstrecke in Almeria schon gemacht.
    Nasse Strassen und Temperaturen ab 6 Grad entsprechen schon dem was man in Deutschland
    so gewohnt ist. Jetzt sind aber ein paar trockene Tage angesagt das man auch wirklich mal
    fahren kann.


    In der Bildergalerie zum Test habe ich schon sehr viel Bilder,
    besonders zum Supersportreifentest gesammelt:
    http://www.bmw-motorrad-bilder…/thumbnails.php?album=214


    Wenn ich wieder zu Hause bin gibt es dann die Erfahrungen und Beurteilungen
    der einzelnen Reifen.

  • Ja, schreib mal - bin schon gespannt. :computer_kaffee:
    Hätte übrigens auch gern so eine Einladung; würde sogar mit jemandem teilen, der ruhig die Enduroreifen übernehmen dürfte... :D

  • Während unseres Reifentest der Supersportreifen 2019 fuhr ich 3 Tage lang bei Regen, Kälte aber auch bei trockenen Straßen auf 3 Kawasaki ZX 10 R SE die aktuellen Supersportreifen. Die Auswahl bestand aus dem:
    Dunlop Sportsmart Mk3
    Bridgestone S22
    Michelin Power RS+ (hier wurde ja nur der Reifen hinten überarbeitet)



    Neben einer Hobbyracerin war ich sehr froh das auch Arne Tode auf Einladung von http://www.Motorradreifendirekt.de dabei war. Von früheren Tests und Begegnungen weiß ich seine Beurteilungen/Erfahrungen zu schätzen.


    Erster Fahrtag ist für uns ist quasi ins kalte Wasser gefallen. 6 Grad und Regen und lange kein "Bückeisen" mehr gefahren, das geht in Arme, Schulter und Nacken. Aber wir sind ja nicht zum Vergnügen hier. Ich fahre mit den Michelin in die nasse Kälte. Hier macht der Power RS+ Michelin typisch die ersten Punkte. Er bietet die besten Nassfahreigenschaften der 3. Dann kommt der Bridgestone S22, dann der Dunlop Sportsmart Mk 3. Aber bei allen sollte man unter diesen Bedingungen eher in den oberen Gängen auch bei niedrigen Tempo unterwegs sein. Bei allen 3 Reifen reicht sonst schon ein unachtsamer Dreh rechts für ein "ungewolltes" drehen hinten.



    Hier nun die Beurteilung der Reifen im Vergleich untereinander. Wie schon auf der Fahrt bei Nässe bemerkt springt der Michelin am schnellsten an. Der Power RS+ ist auch auf dem Kartoffelacker (Schlaglöcher mit Teer drum herum) der Teil unserer Teststrecke war der komfortabelste Reifen. Besonders Berg runter wollte man dann gerne mit den Michelins unterwegs sein, allerdings wird der Komfort mit leicht höheren Lenkkräften erkauft, aber wie immer nur im direkten Vergleich auf den ersten Metern nach wechsel der Motorräder merkbar. Auf der Rennstrecke ist er auch als erstes da und hält das harte angasen durch unseren Profirennfahrer dann 2-3 Runden sehr gut stand um dann größere Radien ziehen zu wollen.



    Den Bridgestone S22 als Nachfolger des S21 sind die Verbesserungen anzumerken. Bessere Haftung bei Nässe, der Bremse und auch das Verhalten im Grenzbereich bei Nässe, schön berechenbar. Bei trockener Straße fängt der Spaß erst an. Leichtfüßige wechsel der Fahrrichtung, Stabilität in langsamen wie schnellen Kurven und viel Gefühl für die Straße sorgen ein sehr angenehmes Fahrgefühl. Auf der Renne braucht er ein spur länger wie der Michelin, aber dann begeistert er durch neutrales Handling egal in welcher Schräglage und lässt durch seinen steiferen Aufbau eine härtere Gangart zu.



    Den Sportsmart 2 MAX hatte ich ja auf meiner S 1000 R gefahren, schon der gefiel mit mit sehr leichten Handling. Der hier getestete und komplett neu entwickelte Dunlop Sportsmart Mk3 hat die sehr guten Handlingeigenschaften übernommen, aber durch die beim Sportsmart Mk 3 sportlichere Abstimmung rollt er steifer ab. Aber wie der Bridgestone geht auch der Dunlop sehr leicht durch Kurven jeglicher Schräglage, und die bei beiden auch leicht korrigierbar. Auf der Renne braucht er auch ein bisschen länger wie der Michelin, überraschte unseren Profi aber auf der Bremse, hier konnte er den Bremspunkt ein paar Meter zur Kurve hin verschieben. Auch interessant, das er hier im Vergleich die härteste Gangart zu lässt und die größte Stabilität unter dem Rennstreckenstress.



    Der Supersportreifentest war für mich eine Überraschung.
    Der Michelin Power RS+ wurde auf mehr Alltagstauglichkeit abgestimmt (mehr Nassgrip, Abrollkomfort und höhere Abriebfestigkeit). Die direkt nachprüfbaren Eigenschaften bestätigen diese Verbesserungen, und platzieren ihn so als idealen Landstraßen mit kurzen Ausflügen auf der Rennstrecke.
    Der Bridgestone S22 der leicht mit viel Gefühl für die Straße zu fahrende Supersportreifen, der auch für Hobbyracer auf der Rennstrecke taugt. Die Verbesserungen zum Vorgänger heben ihn auf ein neues Qualitätsniveau.
    Der Vorgänger des Dunlop Sportsmart Mk3 war noch komfortabel und handlich. Der Mk3 jetzt immer noch handlich, hat aber extrem an Rennstreckenperformance zugelegt. Auf der Bremse kann man Meter gut machen, und hält unter richtig harter Beanspruchung die Haft und Fahreigenschaften am längsten bei.


    "Erfahrungsaustausch" mit dem Kollegen:


    Habe hier jetzt alle Bilder zum Test online:
    http://www.bmw-motorrad-bilder…/thumbnails.php?album=214


    Schöne bewegte Bilder dürften in den nächsten Wochen noch kommen.

  • Du hättest auch die Bezeichnungen weg lassen können und der Test hätte auch vor 10 Jahren stattfinden können ;-)


    Michelin 2Ct = Sehr guter Nassgrip, bedingt gut für die Rennstrecke.


    Bridgestone BT16 (pro) = neutraler Reifen, kann auch die sportliche Gangart und kündigt Rutscher rechtzeitig sanft an.


    Dunlop D204/Sportmax = Harte Karkasse, braucht recht lange bis er warm ist, dann aber recht kompromisslos zu fahren.



    Also nix neues die letzten 10 Jahre ;-)


    Cuxman

  • Allerdings war für mich vor 2 Jahren der Power RS der sportlichste und der Dunlop SportSmart 2 MAX der weichste und komfortabelste und war da der am wenigsten sportliche.

  • Schöner Test!


    Hmm, das bringt mich auf eine Idee, den RS wollte ich schon immer mal fahren, da bei mir ein Reifen nie über die 3500km gehalten hat, habe ich lieber auf den RS verzichtet.


    Aber mit der sanften Motorisierung einer CBR600 F PC35 sollte der RS doch mal etwas länger halten, richtig?

  • Aber mit der sanften Motorisierung einer CBR600 F PC35 sollte der RS doch mal etwas länger halten, richtig?

    Das ist eine These, wahrscheinlich ja.... Liegt an vielen Faktoren was eine eindeutige Antwort nicht zulassen ;)


    Ich habe im Schnitt 2.625,6 km auf meine hinteren Reifen gefahren letztes Jahr. Aber bis nix mehr drauf war, jenseits der Mindestanforderung am Profil.

  • Für das aufzünden im lebensbejahenden Modus auf der Landstraße werden wohl alle 3 Reifenpaarungen mehr als ausreichend Grip haben......davon hat mein aktueller CRA3 auch mehr als genug.....die ganzen Sportpellen bringt doch keiner diesseits der Rennstrecke ernsthaft an ihre Leistungsrenzen

    Gruß Olli
    Man(n) wird nicht erwachsen - nur die Spielsachen werden teurer :D

  • Für das aufzünden im lebensbejahenden Modus auf der Landstraße werden wohl alle 3 Reifenpaarungen mehr als ausreichend Grip haben......davon hat mein aktueller CRA3 auch mehr als genug.....die ganzen Sportpellen bringt doch keiner diesseits der Rennstrecke ernsthaft an ihre Leistungsrenzen

    Im groben stimmt das schon, es gibt aber eben auch Strecken wo ein Reifen schon heftig bearbeitet wird und er sein Temperaturfenster verlässt :-(


    Ich hatte den S21 auf meiner Z1000SX. Absolut null Gefühl zum Vorderrad!
    Der wurde nach 1000km gegen einen CRA3 ausgetauscht.


    Der läuft super auf der SX. Aber das Vorderrad nur bis es auf 1/3 verschlissen ist.
    Danach kippt das Bike so derart in die Kurve das es keinen Spaß mehr macht :-(
    Das macht er aber auch auf anderen Bikes.


    In meinem Kumpelkreis (8 Fahrer mit 21 Motorrädern) "testen" wir viele Reifen und tauschen auch die Mopeds untereinander durch.
    Komischerweise kommen wir fast immer auf andere Favoriten wie die einschlägigen Online und Print-Tester.


    Bis auf den Michelin EVO Slick fährt bei uns keiner mehr dauerhaft einen Michelin. Der erste RS wurde von 3 Mann (inkl. mir) bei uns gefahren.
    Von den Gazetten gelobt, von uns zerrissen ;-)
    Nun wurde der hoch gelobte RS nach kurzer Zeit um den Kürzel + erweitert. Warum wohl?


    Cuxman