Reifenfreigaben gelten plötzlich nicht mehr

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  • Reifenfreigaben gelten plötzlich nicht mehr

    Die großen Prüforganisationen (TÜV, DEKRA, usw...) haben sich - unter dem Deckmäntelchen der Verkehrssicherheit - mal wieder zu Wort gemeldet.
    Sie wittern scheinbar eine neue Einnahmequelle oder sind sauer, dass ihnen in den letzten Jahren eine Geldader versagt blieb.

    Wer eine Reifengröße fuhr, die nicht ursprünglich in die Fzg-Papiere eingetragen war, der konnte in den letzten Jahren unbesorgt sein, wenn eine entsprechende Freigabe des Reifenherstellerns vorlag.
    Fuhr man bspw. auf einer SC 44 anstatt des üblichen 190/50ers einen 190/55er, so gab es damit bei der HU keine Probleme, wenn der Reifen eben diese Freigabebescheinigung des Herstellers hatte. Papiere brauchten nicht geändert zu werden.
    Alles lief für den Motorradhalter kostenneutral.

    Nun aber droht hier Ungemach.

    motorradonline.de/news/reifenf…nklichkeitsbescheinigung/


    Und weil das so gut klappte mit den Freigaben der Reifenhersteller, verdiente die örtliche TÜV-Prüfstelle ja nichts mehr daran.
    Zwar gabs da noch niemals sicherheitstechnische Probleme, aber TÜV und DEKRA
    maßen sich scheinbar mal wieder an alles besser zu wissen und zu
    können. Und wollen sich mal wieder unter dem Deckmäntelchen der
    Verkehrssicherheit die Taschen vollstopfen.


    Klar, die Testfahrer, Techniker und Ingenieure der Reifenhersteller, die wohl nicht zu
    Unrecht im Verdacht stehen ihr Handwerk zu können, mögen die
    weitreichenden Folgen für die Verkehrssicherheit nicht zu beurteilen.
    Immerhin lagen den Freigaben Fahrversuche mit mehreren Tausend Kilometern zugrunde, die auch unter Extrembedingungen durchgeführt wurden.

    Aber das kann Erwin Kollakowski von der Provinz-TÜV-Prüfstelle ja viel besser.
    Der macht dann nämlich nichts anderes, als dass er anhand der Freigabe des
    Reifenherstellers die abgeänderte Reifengröße einträgt. Auf Kosten des Fahrzeughalters, versteht sich...

    Als ausreichender Fahrversuch dafür reicht dann ein Runde um das Gebäude der Prüfstelle.....

    Bin mal gespannt, was wir davon noch so hören werden.
    In den nächsten Wochen muss übrigens meine VTR 1000 SP2 zur HU - und die hat anstelle des Serien-190/50ers einen 190/55er-Hinterreifen.....
  • Ich hab mich damit auch etwas näher beschäftigt nachdem ich gemerkt hab dass es doch ein riesen Thema ist bzw. noch größer werden kann.

    Allgemein ist die Rechtslage momentan einfach vollkommen unklar.
    Solange es kein offizielle Stellungnahme des BMVI oder der Verkehrsminister gibt, wird das wohl auch noch so bleiben.

    Als Konsequenz hat Dunlop bereits Freigaben zurückgezogen. Michelin, Pirelli/Metzeler mit ihren großen Testcentern halten momentan noch an ihren Freigaben fest.
    Ich hoffe das bleibt so. Denn wenn es nicht mehr nur um die Eintragung beim Tüv geht, sondern evtl. sogar um ein erlöschen des Versicherungsschutzes, wird es langsam kritisch.

    Kurz gesagt: Ist eine Mega-Sauerei was da gerade abgeht
  • Es sind keine technischen Hürden, wurde ja bisher jahrelang, problemlos, praktiziert. Es geht NUR um unser Bestes, also unser Pulver und um nichts anderes. Man sucht nach neuen Einnahmequellen und wittert da natürlich genug Stoff für die Kassen, wenn bei jeden zweiten oder dritten Moped in Deutschland ein "Eintragung" fällig wird, wenn man dahinkommt, wie es geplant ist rollt der Rubel :thumbdown:
    Gruß utiltiy
  • Dann fährt man eben nicht zur großen DEKRA sondern zum kleinen selbstständigen TÜV Prüfer umme Ecke :gruebel: verstehe sowieso nicht warum es Leute gibt, die den GROßEN auch noch freiwillig ihr Geld ihr Geld in den Rachen werfen - aber das ist ein anderes Thema.

    Wichtiger ist doch auch eigentlich die Frage wie das Ganze grundsätzlich bei Kontrollen gehandhabt wird?! Denn wenn hier die Freigaben in Papierform nicht mehr reichen, was dann?! Man könnte ja annehmen, dass dann bei jeder Standartkontrolle zunächst auf die Reifen geschaut wird und somit erst richtig Geld "gezockt" wird?! :cop:
    Spaß, mehr Spaß, Hypermotard
  • Wenn diese Regelung irgendwann tatsächlich offiziell Inkrafttreten sollte hilft es dir hat auch nicht mehr zum kleinen Prüfer nebenan zu gehen.

    Und solange keine offizielle Ankündigung irgendwas anderes sagt ist, die Freigabe bei Kontrollen auch noch gültig.

    Momentan ist die Frage eher was passiert wenn die Reifenhersteller plötzlich Freigaben zurückziehen.
    Wenn du dir 2018 ruhigen Gewissens einen Sportsmart TT gekauft hast und 2019 gibt es diese Freigabe dafür dann plötzlich nicht mehr im Netz!?hmm....
  • Dann endet man wie ich mit meinem einen Auto. An den Kfz Schein sind schon 2 extra Zusatzteile angetackert von der Zulanssungsstelle fuer Reifeneintragungen und Felgen und Distanzteile und all son Zeug. Aber bei den neuen Zulasungsbescheinigungen steht ja eh nichts mehr drinne . Ja solange wir leben wird sich alles nur um Geld drehen, bis sie es irgendwann abschaffen wie bei Startrek.
    scribere non curo ego dolentes quod aliquis fals
  • Siehe auch mopedreifen.de für einen kleinen Exkurs.

    mopedreifen.de/News/Wichtige-Information-.html?id=39

    Besonders klasse fand ich ja folgende Passage:

    Mopedreifen.de schrieb:

    Besonders erfreulich ist, daß der TÜV sich wohl bereit erklärt, anhand der erstellten und durch den TÜV selber umstrittenen Freigabebescheinigung, zukünftig gegen ein kleines Zusatzentgelt, die Dienstleistung zu erbringen, diese Alternativgröße als zulässig einzutragen.


    Das aktuelle Problem sehe ich weniger bei der HU, da es genug Alternativen gibt (küs und co). Viel schlimmer ist die aktuell dadurch entstandene Rechtsunsicherheit, welche eventuelle Gutachter bei Unfällen zu nachteiligen Entscheidungen leiten könnte.

    01.05.18 Padborg Park SwitchEvent
    12./13.05.18 Groß Dölln MotoMonster
    26./27.05.18 Oschersleben MotoMonster
    16./17.06.18 Groß Dölln MotoMonster
    13./14.07.18 Padborg Park SwitchEvent
    28./29.07.18 Spreewaldring Trackdays4You
    02./03.08.18 Groß Dölln MotoMonster
    16./17.08.18 Sachsenring MotoMonster
    20./21.08.18 Oschersleben MotoMonster

    15./15.09.18 Padborg Park SwitchEvent
  • Blutschlumpf schrieb:

    Viel schlimmer ist die aktuell dadurch entstandene Rechtsunsicherheit, welche eventuelle Gutachter bei Unfällen zu nachteiligen Entscheidungen leiten könnte.
    Genau in die Richtung wollen die Initiatoren, ein paar geschickt gestreute Aussagen und schon ist das Fundament gegossen wo man für sein Vorhaben braucht und ein bestehendes Gerüst wackelt der massen und wird gründlich Hinterfragt. Wie man merkt, geht es schon los ;)
    Gruß utiltiy
  • dunlop schrieb:

    Haha, dafuer darf dann jemand mit einem 20 Jahre ausgehaerteten Gummi was gar keinen Grip mehr hat legal sicher weiterfahren. :-). Wenn es denn der eingetragene Reifen ist.
    Außer es ist ein PKW Anhänger mit 100km/h Zulassung da müssen die Reifen jünger als 6 Jahre sein ;) Sonst geht man scheinbar immer automatisch davon aus daß die Reifen vorher abgefahren sind, was aber bei wenig fahrern eben auch 20 Jahre dauern kann :)
    Grüße aus dem Altmühltal, Chris :biker:
  • Die Regelungen sind doch nur dazu da um das Geld des kleinen Mannes in den Umlauf zu bringen daß es die "Großkopfeden" beiseite schaffen können egal wo man hinschaut.
    Wie kann es sonst sein daß Reifen mit denen in der Schweiz alle fahren dürfen bei uns nicht gehen ???
    Grüße Michael
    allzeit gute Fahrt und immer heile ankommen :thumbsup:

    In meinem Alter muß ich nicht jedem in jeder Kurve hinterher "schießen" :schildgroete:
    Es steht mein Spaß im Vordergrung :wavey:
  • FireBlade Chris schrieb:

    Außer es ist ein PKW Anhänger mit 100km/h Zulassung da müssen die Reifen jünger als 6 Jahre sein Sonst geht man scheinbar immer automatisch davon aus daß die Reifen vorher abgefahren sind, was aber bei wenig fahrern eben auch 20 Jahre dauern kann
    Ja das ist mir selber schon passiert, dass ich noch sehr schoene Anhaengerreifen nur fuer Tuev erneuert habe. Damit waere ich ohne schlechtes Gefuehl noch bis zum Mittelmeer gefahren.
    scribere non curo ego dolentes quod aliquis fals
  • Fex81 schrieb:

    Dann fährt man eben nicht zur großen DEKRA sondern zum kleinen selbstständigen TÜV Prüfer umme Ecke :gruebel: verstehe sowieso nicht warum es Leute gibt, die den GROßEN auch noch freiwillig ihr Geld ihr Geld in den Rachen werfen - aber das ist ein anderes Thema.


    Also zu welcher Prüforganisation man fährt is vollkommen egal. Letztendlich ist der "kleine selbstständige Prüfer um die Ecke " auch nur "im Auftrag" der jeweiligen Prüforganisation unterwegs, er ist quasi Subunternehmer.

    Sicherlich ist bei ner kleinen Prüfstelle oftmals besser Kirchen essen als in ner Prüffabrik, allerdings denke ich das nach Inkrafttreten dieses schlauen Gesetzes auch dort mal Ordentlich auf die Reifengröße geschaut wird.

    Wichtiger ist doch auch eigentlich die Frage wie das Ganze grundsätzlich bei Kontrollen gehandhabt wird?! Denn wenn hier die Freigaben in Papierform nicht mehr reichen, was dann?! Man könnte ja annehmen, dass dann bei jeder Standartkontrolle zunächst auf die Reifen geschaut wird und somit erst richtig Geld "gezockt" wird?! :cop:


    Im Prinzip ist es bei der Standartkontrolle das selbe wie bei der HU, eine Reifengröße die nicht eingetragen ist bzw ein Nachweis über die Eintragung oder Eintragbarkeit führt zu Erlöschen der Betriebserlaubnis.

    Gerät man also bei der Feierabendrunde an den Nachwuchsrennleiter der noch was für seine Karriere tun muss, kann das bis zur Stilllegung führen.


    Tja, wäre ja auch zu schön gewesen wenn mal was einfach so geblieben wäre wie es ist. Aber die Aussicht auf 50 - 70€ für ne Eintragung ist ja ein lukrativer Umsatz den sich Überwachungsorganisationen gerne gönnen. Da können wir nur hoffen das die letze Entscheidung jemand trifft der mit Sach und Fachverstand diesen Schwachsinn vom Tisch wischt.





    PS: Ich stell mir gerade den Prüfingenieur meines Vertrauens vor wie der nen Fahrversuch macht. :tot_lach: :tot_lach:

    Aus fahrphysikalischen Gründen entsteht ein Sicherheitsrisiko,wenn die Motorleistung dem Leergewicht nicht angepasst ist und dadurch außerordentlich starke Beschleunigungen möglich werden.
    ( Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat in seinem Beschluss zur Motorradsicherheit.)
  • Tja so ist das hier in Good old Germany.

    Überall wird man immer mehr geschröpft als normaler Malocher. Da hilft echt nur noch so langsam die CDU / SPD abzulösen . Und nein ich meine damit nicht die AFD zu wählen :D

    @Blade 0072 so einen Nachwuchsrennleiter hatte ich letztes Jahr . Hat die Maschine komplett auseinander genommen. Wollte Papiere für den Endtopf mit E-Nummer . Hat mir vorgeworfen ich hätte den DB-Killer manipuliert und meine Folie auf dem Felgenrand wäre illegal, da reflektierend ... Nichts von dem stimmte . War an dem Tag nämlich beim Tüv. Nach einer viertel Stunde wurde mir das zu doof. Hab nach seinem Dienstausweis gefragt und ihm gesagt , er soll die Karre mitnehmen und wir klären das bei Gericht . Auf einmal wurde der dann ruhiger ^^



    Gruss
  • itisnapanto schrieb:


    @Blade 0072 ...............Nach einer viertel Stunde wurde mir das zu doof. Hab nach seinem Dienstausweis gefragt und ihm gesagt , er soll die Karre mitnehmen und wir klären das bei Gericht . Auf einmal wurde der dann ruhiger ^^
    Jo, genau auf so ne Nummer hab ich keinen Bock.
    Muss alles immer komplizierter werden??
    Aus fahrphysikalischen Gründen entsteht ein Sicherheitsrisiko,wenn die Motorleistung dem Leergewicht nicht angepasst ist und dadurch außerordentlich starke Beschleunigungen möglich werden.
    ( Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat in seinem Beschluss zur Motorradsicherheit.)
  • Ja da bin ich mal bei meinem Alteisen gespannt. Fahr vorne und hinten andere Felgen in anderen Dimensionen als original. Freigaben gibt's für die Größen natürlich keine und eine Reifenfabrikatsbindung hab ich auch keine eingetragen.
    :yeh: Lieber Heavy Metal hören als Schwermetall essen! :yeh:

  • utiltiy schrieb:

    Es geht NUR um unser Bestes, also unser Pulver und um nichts anderes.
    Schön zusammengefaßt - genau so ist es. :!:
    Aber das ist ja nur ein Steinchen im großen "Mehr Sicherheit durch mehr Geld" - Puzzle.
    Das fing schon sehr früh mit dem Ablaßhandel der Kirche an ("Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.") und hat sich dann immer weiter entwickelt.
    Ich sage immer zu meiner besseren Hälfte, daß der (oder die), die die ganze TÜV- und HU - Geschichte erfunden haben, sehr schlaue Menschen waren, die ein Riesengeschäft gemacht haben: Überlegt doch mal - alle deutschen Fahrzeughalter mit Fahrzeugen über 50 Kubik müssen alle zwei Jahre zu einer Überprüfung, die Geld kostet! Und das Ganze wird auch noch immer teurer (gestern erst für die Plakette 7€ mehr bezahlt als vor zwei Jahren, obwohl der Text bis auf`s Datum übernommen wurde).
    Und dann muß ja jetzt auch alles zertifiziert werden und die Zertifikation durch jährliche, sündteure Audits überprüft (zum Glück noch nicht im privaten/ persönlichen Bereich).
    Ja - und mehr Blitzer brauchen wir natürlich auch, damit es auf den Straßen endlich noch viel sicherer wird.
    Und so weiter und so fort... <X
    Es gibt tatsächlich noch Menschen, die diesen Scheiß glauben - zum Glück werden es immer weniger.
    Das einzig erfreuliche an diesem doch recht dreisten Versuch der Abzocke war, daß den Prüforganisationen seitens der Presse genau das sofort vorgeworfen und kein gutes Haar an der Sache gelassen wurde.
    So ein kleiner Imageschaden kommt vielleicht langsam mal zur rechten Zeit. ;)
    Wichti

    Nicht kneifen - schleifen! ;)
  • Der Wasserkopf wird aber immer größer. Die BRD entwickelt sich rasend schnell zu einer Wasserkopfnation in der immer mehr nicht mehr wertschöpfend tätig sind sondern nur noch abschöpfend.
    :yeh: Lieber Heavy Metal hören als Schwermetall essen! :yeh: