Reifenfreigaben sind nicht mehr gültig

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  • Reifenfreigaben sind nicht mehr gültig

    Komme gerade mit meiner Bulldog von der HU (KÜS). Der Hobel ist technisch einwandfrei. Nur die HU Plakette gibts nicht. Im Original ist der Hinterreifen ein 170er. Bei mir ist es ein 180er. Zwölf Jahre hat es gereicht, die passende Reifenfreigabe des Reifenherstellers vorlegen zu können. Jetzt reicht das nicht mehr. Vor einigen Monaten sind irgendwelche Klappspaten in der Bund-/Länderkommission für Verkehrsfragen in der größten Hauptstadt aller Zeiten auf die Idee gekommen, das nun Gerechtigkeit zu walten habe. Für PKW und LKW gab es die Möglichkeit mit den Reifenfreigaben nicht. Wie ungerecht! Also kassieren wir diese kleine Freiheit für Kradisten auch gleich. Dann herrscht Gerechtigkeit und die unbotmäßigen Kradisten müssen ihre 180er Pelle zukünftig mit nem Teilegutachten eintragen lassen.

    Und nach dieser epochalen Entscheidung für eine gerechtere Welt haben sich die Ausschussmitglieder die Nase mit ein paar Gramm Meth gepudert und sind zu ihrer "AO" SM Gangbang Party entschwunden.

    Und ich Dödel hab nichts davon gewusst und musste dem KÜS Graukittel auch noch 80 Euros in den Hals werfen, um dann doch keine neue HU zu bekommen.

    Ist diese neue Regelung hier schon bekannt?

    Gottverdammte Sauzucht... was habe ich dieses bürokratische Gesocks in der Bulettenwelthauptstadt Berlin und auf der Müllhalde für abgehalfterte Politikschranzen in Brüssel satt!
    Honda CBR 1000 RA SC59 ABS (NH-124 achilles black metallic), Honda VTR 1000 F SC36 (NH-1 schwarz/rot), Yamaha Bulldog BT1100 (midnight black)
  • Hallo Burkhard,

    Ramsay schrieb:

    Komme gerade mit meiner Bulldog von der HU (KÜS). ...
    ...also bei uns in Bayern ist ein "Bulldog" ein Traktor/Trecker... von daher wundert mich das nicht, dass du da keine Motorradreifen auf deinem Traktor fahren darfst.... :D ... sry... aber das musste jetzt sein... ;)


    Aber jetzt mal ernsthaft:

    Ramsay schrieb:

    Der Hobel ist technisch einwandfrei. Nur die HU Plakette gibts nicht. Im Original ist der Hinterreifen ein 170er. Bei mir ist es ein 180er. Zwölf Jahre hat es gereicht, die passende Reifenfreigabe des Reifenherstellers vorlegen zu können. Jetzt reicht das nicht mehr.
    Die Reifenfreigabe ist ja die "Unbedenklichkeitsbescheinigung für Reifenumrüstungen", welche von den Reifenherstellern rausgegeben wird, richtig?
    ...und jetzt ist das nicht mehr "gesetzeskonform"? 8|

    Ich stelle mir gerade die Frage, was passiert einem Biker, welcher "nur" eine Reifenfreigabe hat und in eine Kontrolle kommt - oder noch schlimmer - evtl. in einen Unfall verwickelt ist... sind wir jetzt alle "illegal" unterwegs? ?(
    Und wie du berechtigterweise schreibst... woher soll man das wissen, dass das "plötzlich" nicht mehr gilt... du hast mich jetzt echt ein bißchen verunsichert... :/

    Vielleicht hat ja der ein oder andere noch mehr Infos.... :|


    Grüße,
    Gitsch
    MM93 #Level7
    There is grey blur, and a green blur. I try to stay on the grey one... - Joey Dunlop
  • @Gitsch: Radio Erewan... im Prinzip erlischt sogar die BE vom Krad, weil man ja einen nicht zugelassenen Reifen fährt.

    In der Praxis wurde die Entscheidung in Berlin ja kaum kommuniziert. Lt. KÜS Prüfer haben die Behörden das in einer ganz knappen Pressemitteilung veröffentlich. Ob die Rennleitung schon ausreichend darüber informiert ist, weiß ich nicht. Ich kann mich auch nicht entsinnen, darüber etwas in PS oder Motorrad Bravo gelesen zu haben.

    Fakt ist, seit dem die Reifenfreigaben nicht mehr ausreichen, muss ein 180er anstatt eines 170er mittels Teilegutachten eingetragen werden. Nicht Eintrag = Illegales Anbau-/Betriebsteil
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  • Andi1000RR schrieb:

    ....und ich habe mir erst im April neue CSA im 55er Querschnitt gekauft. Natürlich auch mit der Reifenfreigabe und nun....?
    Ruf halt mal bei TÜV oder Dekra an und frag, ob bei einem anderen Reifenformat die Reifenfreigabe des Herstellers ausreicht. Ich fürchte, die Graukittel werden 'nein' sagen.
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  • ...zwischenzeitlich hab ich mal das "schlaue" Internet bemüht: meine Recherche ergab, dass das nicht unbedingt ein ganz neues Problem ist. Erste Artikel zu diesem Thema gab es bereits > 2016 <.

    Anscheinend betrifft das ganze auch nur Reifenfreigaben, welche eine andere Reifenbreite bzw. einen anderen Reifenquerschnitt aufweisen und nicht der/dem Reifenbreite/-querschnitt der Originalbereifung entsprechen.

    Für Burkard mit seinem Bulldog bleibt es dennoch weiterhin doof... :|
    MM93 #Level7
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  • Der 180'er kommt runter. Ist eh nur eine Poser Pelle. Keine Ahnung, warum ich den drauf gemacht habe. Dann halt wieder ein 170er. Dann muss aber der Pilot Road 3 vorne wieder mit dem neuen zusammen passen. Mal sehen...

    Mir geht es nur so gegen den Strich, daß die Bürokraten mal eben die Regeln ändern, wenig dazu sagen und keine Übergangsregelungen geschaffen haben. So langsam bekomme ich den Eindruck, daß diesw ganze Politiker- und Bürokratenkaste den Anschluss an die Realität verliert.

    Mal im Ernst... glaubt tatsächlich jemand an den Sicherheitsgewinn durch die HU? Das ist doch nur noch "Gesslers Hut Grüßen". Und dann ein Wisch auf dem ministerialen Smartphone und etwas das (bei mir) 12 Jahre problemlos funktioniert hat, ist auf einmal illegal.

    Mag sein, daß es nur auf Reifen mit grösserer Breite zutrifft. Aber wieviele 10tausend Kradisten haben sich eine fettere Pelle auf ihr Hinterrad gezogen, weils eben einfach geil aussieht. Und diese 10tausend Kradisten haben jetzt die Arschkarte gezogen.

    Herr im Himmel, werf endlich Gehirn über Berlin und Brüssel ab. Und selbst wenn die Politschranzen davon nicht schlauer werden, so besteht wenigstens eine kleine Chance, daß dieser bürokratische Mehltau von der Creutzfeldt-Jakob Krankheit oder BSE hinweg gerafft wird.
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  • Ramsay schrieb:

    Herr im Himmel, werf endlich Gehirn über Berlin und Brüssel ab. Und selbst wenn die Politschranzen davon nicht schlauer werden, so besteht wenigstens eine kleine Chance, daß dieser bürokratische Mehltau von der Creutzfeldt-Jakob Krankheit oder BSE hinweg gerafft wird.
    Du solltest doch wissen daß Dummheit nicht ausstirbt.
    Und wie ich schon einmal geschrieben habe wolle die doch nur unser Bestes( das Geld).
    Grüße Michael
    allzeit gute Fahrt und immer heile ankommen :thumbsup:

    In meinem Alter muß ich nicht jedem in jeder Kurve hinterher "schießen" :schildgroete:
    Es steht mein Spaß im Vordergrung :wavey:
  • Dass die nur Scheisse bauen ist ja normal. Was ich total gemein finde an dieser Sache ist, dass es keinen Bestandschutz gibt. Die haben sie sowieso nicht mehr alle. Morgen sagen sie dann, oh tut mir Leid heute gilt Euro5, dein Mopped hat leider keine Betriebserlaubnis mehr, du musst nun leider einen Elektromotor einbauen.
    scribere non curo ego dolentes quod aliquis fals
  • Wir hatten das Thema ja schon in einer anderen Rubrik. Und da ich mir erst neue Reifen geordert habe, hatte ich die Chance genutzt und Mopedreifen.de mal angeschrieben und auch eine schöne ausführliche Antwort bekommen.
    Mir ging es vorallem darum, dass beispielsweise Dunlop Reifenfreigaben zurückzieht und es auf das ABS schiebt.


    Dunlop Motorrad schrieb:

    danke für Ihre E-Mail! Bei Fahrzeugen mit ABS kann eine Abweichung von der
    Original Erstausrüstungsreifengröße zu einer Beeinflussung des ABS führen.

    Daher wurde in Abstimmung mit anderen Reifenherstellern und dem IVM entschieden,
    grundsätzlich keine abweichenden Reifengrößen mehr freizugeben.


    Mit freundlichen Grüßen / Best regards
    Dunlop Motorrad D-A-CH
    Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH

    Mopedreifen.de schrieb:

    Hallo,

    es ist ein komplexes Thema, aktuell ist die Rechtslage komplett unsicher.

    Es gibt europäische Regelungen, die müssen in nationales Recht umgesetzt werden oder entsprechend interpretiert werden.


    Dies geschah 2008 durch einen Sprecher des BMVI...er erklärte sinngemäß, Inhaber einer ABE können abweichende Reifengröße bestätigen = tragen dann aber auch die Verantwortung und nicht der Kunde!




    Gegen diese Regelung lief besonders der TÜV Nord regelmäßig an und versuchte im Bund-Länder-Fachausschuss Technisches Kraftfahrwesen ständig diese Regelung anzuzweifeln. (Dort ist der TÜV beratend tätig!)

    Letztmals 2016 wurde der Vorstoß seitens des Ausschusses abgelehnt.




    Jetzt gibt es seit Mitte 2018 ein Rundschreiben des TÜVs an alle anderen Prüforganisationen, in dem behauptet wird, der Bund-Länder-Fachausschuss Technisches Kraftfahrwesen habe sein Anssinnen jetzt abgesegnet und zukünftig sollte man bei abweichneden Reifengrößen besonders verfahren.

    Es gibt dazu jedoch weder eine Veröffentlichung im Verkehrsblatt, noch eine Verlautbarung seitens des BMVI noch ein Inhaltsprotokoll der Sitzung des Bund-Länder-Fachausschuss Technisches Kraftfahrwesen, bei der es angeblich so verabschiedet sein soll.





    Wie seitens der Prüforgane (TÜV/DEKRA usw.) verfahren werden soll...ist aktuell etwas unklar...in der Abwicklung/Bezahlung und Prüfung, daher kann ich hier keine einheitliche Aussage tätigen....

    Als Zubrot zum Mitmachen bei dieser Regelung hat der TÜV den anderen Prüforganisationen angeboten diese "Abnahme" zukünftig auch gegen ein Entgeld tätigen zu können. (In den alten Bundesländern durften das nur der TÜV selber, in den neuen BL TÜV und Dekra)...eine Farce.




    Entschieden wurde bisher garnichts...es betrifft nicht nur eine abweichende Größe bei einer aktuellen Maschine...Enduros / US-Fahrzeuge und ein Großteil der Youngtimer ist betroffen.




    Wie es weitergeht ist unklar.

    Dunlop zieht wie geschrieben einige Freigaben zurück (rechtlich aktuell grundlos), Bridgestone ist bei den aktuellen Maschinen kaum betroffen, im aktuellen Fall ist auch die One-man-show bei Bridgestone zurückgerudert, Michelin und ME/PIR verfügen über große eigene Testcenter und halten an den Freigaben bisher fest.




    Was letztlich rauskommt ist unklar, solange es jedoch keine offizielle Stellungnahme des BMVI oder der Länder-Verkehrsminister oder Veröffenlichung im Verkehrsblatt gibt, ist die aktuelle Vorgehensweise des TÜV/Prüforgane aus unserer Sicht rechtswidrig.




    Mangels Anweisungen der Verkehrsminister sind die Freigaben im Strassenverkehr bei Kontrollen der Polizei aktuell weiterhin gültig, auch in Richtung der Versicherungen.





    Grüsse

    mopedreifen.de

    Stand Mai 2019
  • Ramsey, bevor Du gegen die EU (und die Politik) schießt, solltest Du Dich vielleicht erst einmal schlau machen, wer der Schuldige ist.
    Das die Reifenfreigaben der Hersteller überhaupt in Deutschland ab 2008 akzeptiert wurden, ist von der EU angeschoben.
    Gerade in unserem Paragrafen-Dschungelland hat die EU oft eher positive Auswirkungen für den Verbraucher, vor allem die letzten Jahre.
    Das sowohl in Berlin wie auch in Brüssel viel Lobbyabreit geleistet wird, ist natürlich auch klar.

    Wo ich mir nicht ganz sicher bin, ob es mich amüsiert oder entsetzt an dem Mopedreifen-Text ist der Absatz:



    ls Zubrot zum Mitmachen bei dieser Regelung hat der TÜV den anderen Prüforganisationen angeboten diese "Abnahme" zukünftig auch gegen ein
    Entgeld tätigen zu können. (In den alten Bundesländern durften das nur der TÜV selber, in den neuen BL TÜV und Dekra)...eine Farce.
    Wenn der TÜV jetzt schon entschiedet, welche Hoheitsaufgaben im Rahmen der StVZO von wem durchgeführt werden dürfen, dann .....

    Der ADAC hat 2017 mal einen ausführlichen Text zu dem Problem geschrieben, hat mich davon abgehalten, hinten 55er aufzuziehen.

    Ausführliches pdf vom ADAC
  • Ramsay schrieb:

    Der 180'er kommt runter. Ist eh nur eine Poser Pelle. Keine Ahnung, warum ich den drauf gemacht habe. Dann halt wieder ein 170er. Dann muss aber der Pilot Road 3 vorne wieder mit dem neuen zusammen passen. Mal sehen...

    Mir geht es nur so gegen den Strich, daß die Bürokraten mal eben die Regeln ändern, wenig dazu sagen und keine Übergangsregelungen geschaffen haben. So langsam bekomme ich den Eindruck, daß diesw ganze Politiker- und Bürokratenkaste den Anschluss an die Realität verliert.

    Mal im Ernst... glaubt tatsächlich jemand an den Sicherheitsgewinn durch die HU? Das ist doch nur noch "Gesslers Hut Grüßen". Und dann ein Wisch auf dem ministerialen Smartphone und etwas das (bei mir) 12 Jahre problemlos funktioniert hat, ist auf einmal illegal.

    Mag sein, daß es nur auf Reifen mit grösserer Breite zutrifft. Aber wieviele 10tausend Kradisten haben sich eine fettere Pelle auf ihr Hinterrad gezogen, weils eben einfach geil aussieht. Und diese 10tausend Kradisten haben jetzt die Arschkarte gezogen.

    Herr im Himmel, werf endlich Gehirn über Berlin und Brüssel ab. Und selbst wenn die Politschranzen davon nicht schlauer werden, so besteht wenigstens eine kleine Chance, daß dieser bürokratische Mehltau von der Creutzfeldt-Jakob Krankheit oder BSE hinweg gerafft wird.
    Meine Güte, bist du ne Heulsuse.. Dann nimm halt den Fuffi in die Hand und lass die abweichende Reifengröße eintragen. Als ob das hier so einen Aufstand rechtfertigt...

    Gruß Viech
  • Gehts dir noch gut Viech, oder war das jetzt schon deine bescheidene Version von Wechseljahresbeschwerden?

    Wenn dir das zuviel Aufstand ist, dann lies hier nicht, sondern kümmer dich um deinen Schei55 Pajero.
    Honda CBR 1000 RA SC59 ABS (NH-124 achilles black metallic), Honda VTR 1000 F SC36 (NH-1 schwarz/rot), Yamaha Bulldog BT1100 (midnight black)
  • Also - ich bin in den Punkten immer eher neutral eingestellt. Aber die Geschichte geht echt nicht! Die Reifenfirmen betreiben mächtig Aufwand und testen alle Größen mit unterschiedlichen Bikes - übrigens nur für Deutschland notwendig - und dann soll das nimmer richtig sein. Da fehlen mir echt die Worte.

    Nun warten wir mal ab, wie der Gesetzesgeber die Sachen regeln/entschärfen möchte.