Fahrwerks-Einstellung Nordschleife

  • Wollte die Tage eine Runde auf der Nordschleife drehen, und hören ob da jemand Tips für das Fahrwerk hat.
    Alle Teile sind original, Fahrer wiegt 95 kg.


    Auf bergischen Landstraßen brachte das Zudrehen der Gabel-Dämpfung nur Unruhe, daher fahre ich bisher ganz auf 'soft'.
    Vorspannung steht auf maximal, da der Negativ-Federweg ohnehin etwas zu hoch ist (Federn etwas weich).
    Das würde ich auch so lassen, oder hat jemand konkret andere Erfahrungen auf der Nordschleife?


    Hinten bin ich mir nicht so klar, ich spüre da keinen Unterschied heraus, ob man die Dämpfung auf- oder zudreht, da ist mein Hintern zu unsensibel.
    Hinweise willkommen.

  • Auf bergischen Landstraßen brachte das Zudrehen der Gabel-Dämpfung nur Unruhe, daher fahre ich bisher ganz auf 'soft'.

    Welche Dämpfung? zug/druck?
    Ich fahre Zugstufe auf Grundeinstellung, 1,5? glaub ich.
    Weniger fördert bei mir digitale Fahrfehlerweise sehr einprägsam zu Tage, sag ich mal.
    Druckstufe 0,5.
    So ganz allgemein.
    Rennstrecken abhängige Spezial Empfehlungen für 25 Jahre altes Serien"gelumpe" macht kein Sinn imho.


    Ausserdem hörts sich so an, was du schreibst, vorn soft-hinten merkst nix, als ob dein federbein kaputt ist, Druckverlust schätz ich.

  • Was für ein Zufall, ich wollte dieses Wochenende auch hin. Ich hab das Fahrwerk von der Dämpfereinstellungen erstmal auf Grundeinstellung gebracht. Dir Federvorspannung vorne ist auch original beim dritten Kerb.
    Hinten hab ich dir Feder komplett auf weich gestellt. Dämpfung wie gesagt nach Handbuch original.

  • Welche Dämpfung? zug/druck?Ich fahre Zugstufe auf Grundeinstellung, 1,5? glaub ich.
    Weniger fördert bei mir digitale Fahrfehlerweise sehr einprägsam zu Tage, sag ich mal.
    Druckstufe 0,5.

    'Ganz soft' heisst Druck- und Zugstufe komplett nach links gedreht.
    Auf der mittleren Einstellung der Gabel (Grundeinstellung gem. Handbuch) kam bei mir bei Fahrbahnflicken in Kurven schon spürbar mehr Unruhe in die Fuhre.
    Was heisst denn der Wert '0,5' - halbe Umdrehung aufgedreht vom rechten/harten Anschlag?
    Dann fährst du die Druckstufe deutlich härter als Zug - kannst du erklären, wie sich dieser Unterschied auswirkt?
    Mechanisch verstehe ich das, aber vom Fahrverhalten her kann ich mir nicht vorstellen, wie sich das auswirkt, wenn die Gabel schneller aus- als einfedert; daher hatte ich erstmal nur drei Varianten geprüft: 1. Beide Regler ganz soft, 2. Handbuch-Wert und 3. beide ganz hart.
    Und was meinst du mit 'digitale Fahrfehlerweise'?

  • Mahlzeit Jungs,
    trennt mal die Federvorspannung von der Dämpfung.
    Das Eine hat mit dem Anderen nix zu tun.
    Die Federn werden in einer Grundeinstellung auf 10/30% Einstellung, auf die richtige Höhe gestellt.
    10% vom Federweg bei der reinen Belastung durchs Moped, sprich ca. 1cm.
    Die 30% beziehen sich auf die Höhe mit Fahrer, da sollte das Moped ca. 3cm einfedern, das ist die wichtigste Größe, ggf. muß die Feder angepasst werden, wenn die Serie das nicht kann.
    Dann habt Ihr mal eine Basis von der man ausgehen kann, hinsichtlich FW Geometrie.
    Bei der Dämpfung gilt: so weich wie möglich und so hart wie nötig, nur Gummi auf der Straße bringt Gripp.
    Wenn man hart aus einer Kurve raus beschl. sollte das Heck nicht anfangen zu Pumpen.
    Pumpts Heck, muß die Zugstufe weiter zu.
    Die Druckstufe sollte hinten zu spüren sein, aber dezent, nur wenn's Fz "schaukelt", muß die weiter zu.
    Genau so vorne.
    Bremst man eine Kurve hart an und die Gabel springt nach einer Fahrbahnwelle stark zurück, muß bei der Gabel die Zugstufe weiter zu.
    Langsam rantasten und immer nur Eine Sache ändern um dann zu probieren.
    Gruß
    Th.

  • Dass die Vorspannung und die Dämpfung zwei unabhängige Baustellen sind, ist schon klar.
    Also nicht wie im Fahrerhandbuch: Gute Straßen > wenig Spannung & weiche Dämpfung, schlechte umgekehrt.
    Die original Gabelfedern sind für die 30% etwas zu weich, ist ja bekannt, also für die Rennstrecke will man die ändern, für die "schönste Landstraße ohne Gegenverkehr" ist das jetzt nicht zwingend.


    Danke für die Infos zum Herantasten bei der Zugstufe.
    Was meinst du mit "Druckstufe sollte hinten zu spüren sein"?


    @Chris, "hört sich so an, was du schreibst, vorn soft-hinten merkst nix, als ob dein federbein kaputt ist, Druckverlust schätz ich"
    Habe das gerade mal im Stand probiert, mit der Hand an der Soziusraste drücken bei verschiedenen Stellungen:
    - Zugstufe (Einsteller unten): Spürbarer Unterschied zwischen min - Standard - max-Wert
    - Druckstufe (oben): Kein oder nur minimaler Unterschied zwischen min und max spürbar, evt etwas anderes Geräusch
    Das dürfte ja kaum im Sinne des Erfinders sein, oder ist der Einstellbereich da so klein?


    Schon klar dass ein neues Öhlins-/Wilbers-Federbein der goldene Weg ist.
    Wenn man weniger investieren will - gibt es Federbeine von anderen/neueren Modellen, die da passen?

    Einmal editiert, zuletzt von beb44 () aus folgendem Grund: Vertauschte Druck- Zug-Stufe korrigiert.

  • ich finde die Zugstufe genau richtig für mich, druckstufe scheint zu lasch, wirkt sich zu wenig aus. Der Steven May hatte mir zug mal softer gedreht, Bodenwellen waren besser spürbar(will ich das?), aber beim "digitalen" einlenken,umsetzen,bremse lösen gleichzeitig ,gabs heftiges Pendeln. mein fehler, kann aber vorkommen.
    Hab aber auch kein orginales Federbein, daher wohl so nicht übertragbar.

  • Wenn man hart aus einer Kurve raus beschl. sollte das Heck nicht anfangen zu Pumpen.
    Pumpts Heck, muß die Zugstufe weiter zu.
    Die Druckstufe sollte hinten zu spüren sein, aber dezent, nur wenn's Fz "schaukelt", muß die weiter zu.
    Genau so vorne.

    Ähmmmm ... sorry, das stimmt so nicht. Pumpendes Heck beim rausbeschleunigen ist eigentlich das Symptom für zu weiche Druckstufe Low-Speed, fürs "schaukeln" ist die Zugstufe zuständig.

    10% vom Federweg bei der reinen Belastung durchs Moped, sprich ca. 1cm.
    Die 30% beziehen sich auf die Höhe mit Fahrer, da sollte das Moped ca. 3cm einfedern, das ist die wichtigste Größe, ggf. muß die Feder angepasst werden, wenn die Serie das nicht kann.

    Das sind auch nur Grundeinstellungen, kein Gesetz. Das kann später durchaus abweichen.


    Aber mal ganz abgesehen davon, hier echte "Tips" zu vergeben ist völlig sinnfrei.... sowas überlassen wir doch den All-besser-wissenden bei PS-Tune-ups.
    Allein schon weil niemand wissen kann was da nach 25 Jahren für Gabelöl drin ist und in welchen Zustand der Dämpfer noch ist. Gerade bei der SC33 ist das Federbein ja schon im Neuzustand grenzwertig weich für ernsthafte Einsätze....
    Außerdem, auch das weiß hoffentlich jeder, hydraulische Verstellungen haben ne ziemliche Streuung.. .1-2 Klicks sind da ganz schnell einfach Toleranz.
    Also von daher bleibts nur bei ner Grundeinstellung der Federewege, wurde hier ja auch korrekt beschrieben. Btw. 30% sind 36, nicht 30mm.
    Beim Federbein der SC33 kann man für die Renne Druckstufe getrost FAST !! ganz zu drehen, nicht ganz, das hat technische Gründe, 0,25 sind minimum. Vorne ist die Faustregel: Zugstufe ist Druckstufe +0,5.
    Bei derzeitigen Temperaturen würde ich einfach mal mit 0,5 Druck und 1,0 Zug anfangen... und ab da seid ihr einfach selber gefordert. Bei jeweils +- 0,25 dieser Werte werdet ihr am Ende auch rauskommen.... da irgendwo liegt es. Wenn nicht stimmt was nicht, entweder mit der Gabel oder eurem Popometer.
    Ach und noch ne Faustregel: Druckstufe kostet Komfort, Zugstufe kostet Grip. Daher wird auf ner Renne eher mehr Druckstufe gefahren als auf der Straße.

    Eines Tages glaubte ein Koyote entdeckt zu haben, dass er nur lange genug heulen müsse um den Vollmond zu besiegen.... (keine alte Indianerweisheit sondern eher eine Erkenntniss des internet-Zeitalters)

  • Hallo Michael,
    für den technisch einwandfreien Zustand seines Mopeds ist jeder selbst verantwortlich.
    Man kann für eine Fausformel nicht Alles berücksichtigen.
    Auch wenn er eine SC33 fährt, muß das ja nicht heißen, das da noch die alten Stoßdämpfer drin sind.
    - vor Allem wenn man Nordschleife fahren will....
    Und das Pumpen des Hecks beim Rausbeschleunigen, habe ich bisher immer mit etwas mehr Zugstufe wegbekommen, egal welche Blade/CBX das war.
    (Vorrausgesetzt die Druckstufe ist schon anständig gedämpft, bleiben die anderen 50% der Hoch-runterbewegung um noch etwas zu holen, Stichwort möglichst weich)
    Aber klar bei den derzeitigen Temperaturen muß man schon nachdrehen, sonst wirds zu weich.
    Viscosität von Öl z.B. bei 20°C 100mm²/sek, bei 100°C hat das Öl noch u10mm²/sek usw...
    Die ersten Fahrwerke mit denen ich auf der NS rumgefahren bin, waren echt scheiße/ nicht einstellbar, auch die Motoren waren weniger leistungsstark, hat auch anno78 schon Spass gemacht.
    Gruß
    Th.

  • Beim Federbein der SC33 kann man für die Renne Druckstufe getrost FAST !! ganz zu drehen, nicht ganz, das hat technische Gründe, 0,25 sind minimum.

    Das mag das bockige Fahrverhalten bei meinen Versuchen in der ganz zugedrehten Stellung erklären.


    > "Vorne ist die Faustregel: Zugstufe ist Druckstufe +0,5."


    An der Gabel soll die Zugstufe (Einsteller OBEN) also stets 0,5 weicher sein als Druck.
    Interessant, dass du den Korridor für sinnvolle Werte mit 0,25 so klein ansetzt, das hätte ich nicht gedacht.


    > "Druckstufe kostet Komfort, Zugstufe kostet Grip. Daher wird auf ner Renne eher mehr Druckstufe gefahren als auf der Straße."


    Okay, thanks, solcher Art Hinweise suchte ich.

  • An der Gabel soll die Zugstufe (Einsteller unten)

    Nee, oder? Zugstufe ist OBEN !!



    Interessant, dass du den Korridor für sinnvolle Werte mit 0,25 so klein ansetzt

    Ich weiß wie die Nadeln in den Ventilen aussehen.... und ich hab die Dinger tausende Kilometer im Kreis getrieben.

    Eines Tages glaubte ein Koyote entdeckt zu haben, dass er nur lange genug heulen müsse um den Vollmond zu besiegen.... (keine alte Indianerweisheit sondern eher eine Erkenntniss des internet-Zeitalters)

  • Argh, ja, an der Gabel ist Zugstufe (rebound damping) OBEN einzustellen; gerade korrigiert.


    Am Federbein dagegen UNTEN.


    Deadsky, nein, die Vorspannung verändert nur die Geometrie, und den Negativfederweg, aber nicht die Härte der Feder, also wie sehr die Feder bei einer bestimmten Kraft bewegt wird.

  • Gerade noch eine Runde über eine wellige Hausstrecke gedreht, um die Gabeleinstellung zu testen.
    Angefangen mit 1,0 / 0,5 - gibt es wieder deutliche Unruhe im Vorderbau bei Wellen oder Flicken in der Kurve.
    Eine Umdrehung auf - 2,0 / 1,5 - und die Feuerklinge bügelt die Wellen platt und fährt wie auf Schienen.


    Mag sein, dass man dann auf der Renne in schnellen Passagen mehr herausholt als man an solchen Stellen verliert.
    Aber die Ruhe vorne möchte ich auf der Nordschleife nicht missen, also lass ich es so.
    Um meine Fahrweise mal ins rechte Licht zu setzen, die zu schlagende persönliche Bestzeit liegt bei 10 Minuten.

  • der Begriff Federvorspannung ist nicht richtig. Vorgespannt wir gar nichts. Es wird nur der positive Federweg auf Kosten des Negativen erhöht, sprich Gabel und Federbein können tiefer einfedern schlagen beim Ausfedern aber früher an.
    Wenn die Federrate nicht passt hilft nur tauschen.

  • Vorgespannt wir gar nichts.

    So so... stell einfach mal dein Federbein auf Stufe sieben und lös dann die Feder.
    Nein, tus nicht, sonst kannst du nie wieder sowas in ein Forum schreiben.

    Eines Tages glaubte ein Koyote entdeckt zu haben, dass er nur lange genug heulen müsse um den Vollmond zu besiegen.... (keine alte Indianerweisheit sondern eher eine Erkenntniss des internet-Zeitalters)