Tauchrohr, Verschleiss

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  • Tauchrohr, Verschleiss

    Hier ein Bild eine SC28-Tauchrohrs:


    Mit etwas Phantasie, besser gings leider nicht zu fotografieren, sieht man an der rückwärtigen Innenseite eine Stelle an der die Eloxierung komplett durchgelaufen ist. Was man so nicht sieht, es hatte sich bereits ein deutlicher "Bauch" ausgearbeitet, das Laufspiel war an dieser Stelle deutlich über Maximalmaß.
    Test ohne Messmittel:
    Gabel etwa 40mm tief einfedern, entweder bei ner Wartung oder eben die Deckel aus den Standrohren rausdrehen, dann am Ende des Tauchrohrs Spiel prüfen. Es soll in Fahrtrichtung (dort verschleisst es logischerweisen) nicht wesentlich größer als quer sein.

    Diese Gabel hatte so gemessen ein Spiel von fast 2mm... dass das nicht gut sein kann dürfte sich jeder vorstellen können.
    Eines Tages glaubte ein Koyote entdeckt zu haben, dass er nur lange genug heulen müsse um den Vollmond zu besiegen.... (keine alte Indianerweisheit sondern eher eine Erkenntniss des internet-Zeitalters)
  • chris16 schrieb:

    Bin gespannt auf die Fortsetzung...?
    Was willste denn da fortsetzen, willst du wissen wie ich das repariere?

    chris16 schrieb:

    "beide Buchsen im aussenrohr"
    Überleg mal wie dicht diese Buchsen zusammen sitzen müssten und wie wenig Führung das ergäbe.
    Das wäre nur mit ner USD-Gabel machbar und auch da nur begrenzt sinnvoll.
    Nö, Hartcoat ab Werk wäre die Lösung, gibts ja auch bei einigen Mopeds.
    Eines Tages glaubte ein Koyote entdeckt zu haben, dass er nur lange genug heulen müsse um den Vollmond zu besiegen.... (keine alte Indianerweisheit sondern eher eine Erkenntniss des internet-Zeitalters)
  • Nein, nicht auffällig. Die waren aber vermutlich auch noch nicht elend alt.
    Durchgelaufenes Eloxal ist bei den SC28/33 eher die Regel als ne Ausnahme, diese hier war allerdings ziemlich krass, trotz ihrer 120.000km.
    Eines Tages glaubte ein Koyote entdeckt zu haben, dass er nur lange genug heulen müsse um den Vollmond zu besiegen.... (keine alte Indianerweisheit sondern eher eine Erkenntniss des internet-Zeitalters)
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    Hat meine sc33 auch, nach 50tsd, geht aber noch...
    viel schlimmer mit fühlbarer Kante am Übergang hab ich das aber an einer Showa USD nach 25tsd.

    Deshalb:

    Dr.Fireblade schrieb:

    willst du wissen wie ich das repariere?
    ja bitte.
    Macht es Sinn da früh einzugreifen, die Zylinderform muss ja wieder hergestellt werden (Bearbeitungszeit).
    Die Kosten für eloxieren sind ja fix nehm ich an.
    etc.
    わびーサビ

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von chris16 ()

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    Die Kanten sind in der Tat eines der Probleme, das war bei diesem Rohr nicht anders. Erstaunlicherweise scheinen die Gleitringe das aber rel. gelassen wegzustecken, man würde doch erwarten dass so ne Kante den Gleitbelag fast schon "weghobelt". Passiert aber nicht.
    An USDs gibts das leider auch oft, da hast du aber immerhin die Möglichkeit das Alu-Standrohr zu drehen. Ich glaub wenn ich sowas fahren würde, tu ich nicht, ich mag USDs nicht, würd ich die alle 10.000km um 90° drehen. Soll aber kein Tipp sein, keine Ahnung ob das unterm Strich dann länger hält.
    Reparatur... ich soll hier jetzt also wirklich alle hardcore-hinterhof-racing-profipfusch Tricks verraten?
    Nagut, wehe wenn einer lacht oder was dagegen sagt:
    Das Rohr wurde gehont bis es wieder einwandfrei rund war, dann ist das Eloxal natürlich überall weg und der Durchmesser überall zu groß.
    Dann wurde das Tauchrohr hartcoatiert, das trägt ja wieder eine Schicht auf. Hartcoat wächst ja 50% nach innen ins Alu und 50% nach aussen. Je nach Schichtstärke die der Betrieb erreicht sind das bis zu 1/10mm im Durchmesser die man zurückgewinnt.
    Ich hone die Rohre dann erneut, wenns geht auf Originalmaß, wenn nicht, dann nur bis sie wieder perfekt tragen. Das sieht dann von aussen so aus: Die Kirschblüte gabs für die Besitzerin noch kostenlos mitm Laser eingraviert dazu. :)

    Den zu gorßen Durchmesser muss man natürlich ausgleichen, dazu werden entweder andere Gleitbuchsen verwendet oder manchmal auch Innenrohre bearbeitet um die Serienbuchsen etwas zu "unterfüttern".
    Wie zu lesen, das ist schon richtig Aufwand. Eigentlich sollte man das gleich im Neuzustand in Verbindung mit ner Gabelabstimmung/Optimierung machen, dann ist ein für alle Mal Ruhe und die gehonten Laufflächen haben ja auch noch Vorteile im Gleitverhalten.
    Ob sich das bei USD auch machen lässt... vermutlich, aber schwierig wegen der Länge. Honen sollte zwar hinzubekommen sein weil man von beiden Seiten rankommt, aber ob das mit dem Hartcoat funktionert müsste man mal mit dem Betrieb abklären. Sorgern macht mir auch das Gewinde für die Deckel... wenn sich da der Durchmesser ändert wirds fatal.
    Eins muss sowieso klar sein, Hartcoat hat immer eine gewisses Risiko das Rohr komplett zu zerstören, da können sogenannte "Brenner" auftreten. Das sind tiefe Krater die es in die Flächen brennt und das wars dann mit dem Ding. Soll von den Legierungen abhängen und vermutlich auch von der Sorgfalt der Bearbeiter....
    Ich verstehs nicht wirklich warum die Hersteller das nicht ab Werk so machen, es gibt nur einige wenige Gabeln die ab Werk hartcoatiert sind. Z.B. einige Yamahas fallen mir da ein... und dort hält das dann auch.
    Meinen ersten Versuch in der Richtung hab ich in den frühen 90ern gemacht, diese Gabel lief über 100.000km ohne sichtbaren Verschleiß.
    Eines Tages glaubte ein Koyote entdeckt zu haben, dass er nur lange genug heulen müsse um den Vollmond zu besiegen.... (keine alte Indianerweisheit sondern eher eine Erkenntniss des internet-Zeitalters)

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Dr.Fireblade ()

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    Ja, die Buchsen sahen bei der besagten Gabel auch noch gut aus, ich geh davon aus es waren auch noch die ersten.
    25.000 km!! das ist schon deprimierend.
    Da frag ich mich woran liegts. Liefert Showa die kompletten Gabelbeine. Oder findet die Endmontage in Italien oder im Takatuka Land statt. Mit dem Entgraten haben sie's alle nicht so, kostet ja zeit.
    So oder so schadet's wahrscheinlich nicht sich bei den Ölwechsel Intervallen eher an den Vorstellungen von Wilbers, Öhlins etc. zu orientieren. Vor allem beim ersten Mal.
    わびーサビ
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    Danke für den Einblick Michael.
    Immer interessant etwas Einblick in Praxis und Ablauf zu bekommen.
    Habe gesehen das FRS sowohl eloxiert bzw. beschichtet. (Außen - und Innenrohre)
    Die Preise halte ich für angemessen, ohne jetzt wirklich verglichen zu haben.
    Denke aber das diese Maßnahme (so cool ich die individualisierungsmöglichkeiten auch finde) etwas zu viel des Guten für mich sind.
    Kann man denn grundsätzlich sagen das sich die Standzeiten der ganzen Mechanik als auch das ansprechen der Gabel verbessern?
    Evtl. Auch ob man so die Serviceintervalle verlängern kann?

    Vielleicht kannst du da mit Erfahrungswerten aufwarten?
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    Derbe schrieb:

    Kann man denn grundsätzlich sagen das sich die Standzeiten der ganzen Mechanik als auch das ansprechen der Gabel verbessern?
    Verbessern inwiefern? Alte Modelle gegen neue? Oder gewartet gegen ignoriert?
    Ansprechverhalten wird primär durch einen perfekten Einbau ins Moped, nix verspannt, nix verbogen, nix verdreht, bestimmt. In zweiter Linie durch nen sauberen Zusammenbau der Gabel, polieren bzw. optimieren der Innenteile, gute Siris, Ölsorte, Gleitfette etc.
    Das hat erstmal garnichts mit abstimmen oder irgendwelchen Wunderdämpferkolben a la stage-haste-nich-gesehen zu tun. Reine Mechanik und sauberes arbeiten.

    Derbe schrieb:

    Evtl. Auch ob man so die Serviceintervalle verlängern kann?
    Die Serienteile haben überwiegend nicht mal mehr Intervalle, da gehen die Hersteller vermutlich davon aus dass ein Service bei Auffälligkeiten oder der allseits beliebten Undichtigkeit passiert.
    Was soll ich dazu sagen, wers ernst meint muss in engen Intervallen warten. Eine Verbesserung wird man ab 20.000km/3Jahren bereits spüren.
    Wer nur Schlimmes verhindern will, puh, 50.000km/8Jahre würd ich als Obergrenze sehen. Ab da spart man nichts mehr, denn dann wird der normale Service nicht mehr ausreichen.
    Eines Tages glaubte ein Koyote entdeckt zu haben, dass er nur lange genug heulen müsse um den Vollmond zu besiegen.... (keine alte Indianerweisheit sondern eher eine Erkenntniss des internet-Zeitalters)
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    Dr.Fireblade schrieb:

    Verbessern inwiefern? Alte Modelle gegen neue? Oder gewartet gegen ignoriert?Ansprechverhalten wird primär durch einen perfekten Einbau ins Moped, nix verspannt, nix verbogen, nix verdreht, bestimmt. In zweiter Linie durch nen sauberen Zusammenbau der Gabel, polieren bzw. optimieren der Innenteile, gute Siris, Ölsorte, Gleitfette etc.
    Das hat erstmal garnichts mit abstimmen oder irgendwelchen Wunderdämpferkolben a la stage-haste-nich-gesehen zu tun. Reine Mechanik und sauberes arbeiten.

    Mein Gedankengang war der, das durch das ausgleichen von Serientoleranzen evtl. die Standzeiten erhöht werden können.





    Was soll ich dazu sagen, wers ernst meint muss in engen Intervallen warten. Eine Verbesserung wird man ab 20.000km/3Jahren bereits spüren.
    Wer nur Schlimmes verhindern will, puh, 50.000km/8Jahre würd ich als Obergrenze sehen. Ab da spart man nichts mehr, denn dann wird der normale Service nicht mehr ausreichen.


    Okay, ich lese daraus: Regelmäßiger Service spart Geld
    Habe mich ein bisschen auf Fahrwerk und Co eingeschossen, weil ich ganz pragmatisch im letzten Jahr damit begonnen habe, mein Moped auf mich einzustellen. Nach dem Motto try & error. Das spannende ist ja, wieviel Fahrgefühl, Sicherheit und letzlich Fahrfreude man einfach nur durch das einstellen bekommen kann, ohne überhaupt Geld investieren zu müssen.
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    chris16 schrieb:

    Michael, hast du das selbst gehohnt bzw. wie lang hat das gedauert?
    Ich selber kann das nicht, hab aber jemand der so kleine Durchmessser und so tief honen kann, vor allem bezahlbar und gut. , weil Nebenerwerb. Ich rechne immer 2 Wochen, geht fast immer aber schneller.
    Bei sowas mach ich aber auch keinen Stress, das sind aufwändige Geschichten, die sind planbar, ergo macht man das wenn mans Moped nicht braucht. Winter z.b.
    Eines Tages glaubte ein Koyote entdeckt zu haben, dass er nur lange genug heulen müsse um den Vollmond zu besiegen.... (keine alte Indianerweisheit sondern eher eine Erkenntniss des internet-Zeitalters)