Moin zusammen,
ich hatte in letzter Zeit mit der Bremse meiner SC44 einige Probleme - vielleicht hat da hier jemand schon Erfahrungen gemacht und kann mir ein paar Tipps geben.
Ich hatte das exakte Problem noch nirgendwo gefunden, daher erstelle ich jetzt mal einen neuen Beitrag. Ich beschreibe mal alles, was ich daran gemacht habe, damit euch ggf. auch Fehler Ursachen auffallen können.
Folgende Situation:
Ich habe mir letzten Sommer meine SC44, zum großen Teil für ein paar Rennstrecken Tage gedacht, gekauft.
Die Bremsscheibe war verzogen und die Bremssättel sehr dreckig, außerdem war der Bremspunkt mit den ca. 25 Jahre alten Leitungen auch nicht mehr der Beste.
Also bin ich das Problem angegangen, indem ich mir einen zweiten Felgensatz mit neuen Bremsscheiben zugelegt habe und die Bremsblöcke komplett überholt habe.
ProBrake Stahlflex Leitungen kamen bei der Gelegenheit auch noch dazu.
Die Bremssättel habe ich komplett zerlegt, die beiden Hälften gründlich mit warmem Seifenwasser und einer Zahnbürste gereinigt und zum Schluss noch im Ultraschallreiniger vom letzten Dreck befreit.
Abgespült, abgetrocknet und zur Sicherheit nochmal 24h trocknen lassen, damit wirklich alles an Feuchtigkeit draußen ist.
Die Gummis und Kolben habe ich dann wieder mit ATE Bremskolbenpaste geschmiert zusammen gebaut. Da die originalen Gummi Ringe noch gut aussahen, habe ich diese einfach wieder verwendet.
Stahlflex Leitungen dran und wieder am Bike verbaut.
Bremsflüssigkeit rein und manuell durch wiederholten Pumpen und dabei unten Öffnen entlüftet.
Über Nacht einen Kabelbinder an den Bremshebel gemacht, um die Dichtigkeit zu testen - alles gut, also Probefahrt. Bei der Probefahrt hervorragender, gleichmäßiger Druckpunkt, kein Stottern oder Quietschen - alles gut.
- Dann begannen die neuen Probleme -
Anfang dieses Jahres also einige Monat später habe ich bemerkt, dass sich die Bremse scheinbar spontan zwischen zwei Druckpunkten entscheidet - ein naher und ein ferner. Für mich war da kein Zusammenhang mit der Fahrzeit oder Temperatur zu erkennen, weshalb ich keine Luftblasen im System vermutet habe.
Ich bekam den Tipp, dass es an einem verkantenden Bremsbelag liegen könnte bzw. Bremsbelägen, die nicht sauber in der Führung laufen. Mir wurde dann empfohlen die Führungen der Bremsbeläge mit Liqui Moly Bremsen-Anti-Quietsch-Paste einzuschmieren, um das zu verhindern. Das hatte dann tatsächlich auch dafür gesorgt, dass es immer derselbe Druckpunkt war. Der war aber irgendwie in der Mitte der beiden anderen Druckpunkte.
- erster Trackday mit dem Bike -
Letzens war dann der erste Trackday mit der Maschine auf dem Anneau Du Rhin - der Druckpunkt davor war zwar nicht perfekt, aber immer gleich bleibend und zuverlässig - so weit alles erstmal gut.
Bei den ersten beiden Turns wanderte der Druckpunkt dann immer weiter, bis ich schließlich den Hebel bis fast an den Griff ziehen musste, um gut zu Bremsen.
Zwischen den Turns die Bremsflüssigkeit angeschaut - war ein kleines bisschen dunkler als ich es erwartet hätte, daher einmal zwischen den Turns komplett getauscht.
Danach war der Druckpunkt für die restlichen Turns konstant, aber immer ganz spät, mit dem Hebel fast am Griff.
- Update heute -
Heute habe ich dann nochmals in der Garage für 2 Stunden den Habel mit einem Kabelbinder leicht gespannt um zu schauen was passiert.
Druck wurde perfekt gehalten und der Druckpunkt war danach plötzlich wieder perfekt - gefahren bin ich aufgrund des Regens jetzt noch nicht.
Nach 3 Stunden normal stehen lassen ist der Druckpunkt gefühlt minimal schlechter, aber immer noch sehr gut.
Könnte das also auch etwas mit dem Hauptbremszylinder zu tun haben? Der ist das einzige Teil, welches ich mir noch gar nicht angeschaut habe.
Danke erstmal für's Durchlesen dieses langen Textes - wenn jemand Ideen, Tipps oder ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder es bereits einen Beitrag mit ähnlichem Problem gibt, den ich noch nicht gefunden habe, wäre ich super dankbar.
Grüße an alle!
Kilian