Hallo zusammen,
ich hab mich ja nun schon ewig nicht mehr zu Wort gemeldet, was zu einem an meinem Job liegt und jetzt zuletzt an einen Motorradunfall.
Der Unfall war schon am 31.05. und war auch der Grund weshalb ich dann doch nicht beim 5.FTT dabei war :*(
Um mit diesem Thema selbst abschliessen zu können muss ich/will ich mir das ganze mal von der Seele reden. Wers also lesen will, danke für die Aufmerksamkeit, allen anderen wünsche ich weiterhin viel Spaß im Forum ![]()
Letztes Jahr im Oktober hatte ich mit nem Kumpel Kurzurlaub mitm Motorrad im Allgäu gemacht (lieben Gruß an Petra (Alpenhex)!)
Am letzten Tag habe ich dann mit Petra nen bekannten besucht, der seine Maschine verkaufen wollte (1000er Gixxer '07) nach ner kurzen Probefahrt habe ich die dann gekauft. Meine Blade hab ich natürlich behalten.
Die aktuelle Saison fing ja etwas mager an, aber war auch nicht so wild. Ende April/Anfang Mai bemerkte ich dann ein extremes vibrieren bei der Suzi. Nachdem der KuDi. auch fällig war bin ich zu ner Suzi-Werkstatt hin und hab denen das geschildert und dennen 2 Wochen Zeit gegeben (jetzt im nachhinein hättens lieber 3 wochen sein sollen...)
Nachdem der komplette Reifensatz gewechselt wurde und der KuDi abgeschlossen wurde, bin ich am 29.05.(Freitag) zur Werkstatt und hab die Suzi abgeholt. Am Samstag noch ne ausgiebige Testfahrt gemacht, um zu sehen ob das vibrieren weg ist und siehe da...es waren wohl die Reifen, da die Werkstatt meinte die hatten nichts am Motor etc. finden können.
Sonntag war dann super Wetter, doch war leider sonst niemand da. Hatte leider auch nicht dran gedacht hier im Forum nach mitfahrern zu fragen, aber das lässt sich ja nicht ändern jetzt...
Ich hatte mir eine kleine Tour selbst zusammen gestellt, extra durch viele Ortschaften, um die Gegend zu sehen. War allgemein langsam unterwegs, macht nämlich auch sauviel laune
(nur weil man über 180 PS hat, muss man diese nicht immer nutzen)
...
Ich wachte am Montag (1.6.) erst wieder auf...eine klitzekleine Hoffnung war in mir, dass ich mich nur nicht ans nach hause fahren erinnerte...dann hörte ich eine vertraute Stimme, meine Mutter, welche beruhigend wirken sollte.
Dann wurde es mir klar...Unfall...ich sah an mir eigentlich nur Schläuche, aber ich spürte nichts (im nachhinein wurde mir gesagt, dass lag an den vielen Mitteln welche in mich gepumpt wurden).
In einer links-rechts Kurve stand auf einmal ein großes Tier (k.A. ob Hirsch, Reh etc...bin kein Förster
), ich in die Bremsen (die Strasse war nicht breit genug und da das Tier in der rechts Kurve auftauchte hatte ich auch keine Sicht auf die Gegenseite(re. war leicht ansteigend und bewaldet)
Da ich im Krankenhaus gelandet bin, hat das Bremsen wohl nicht zum Erfolg geführt.
Maschine ist auf die li. Seite geknallt und ich bin Richtung Bordstein/Leitplanke und nem Abhang geflogen.
Irgendwie hatte ich sauviel Glück im Unglück, denn ich bin zwischen Bordstein und Leitplanke durch und bin noch in einem Stück geblieben, nachdem ich dann noch hart gegen ein dortiges Treppengeländer(Stahlrohr) geknallt bin, bin ich ca. 5m hangabwärts gerutscht und lag bewusstlos ca. 3-4m neben nem Bach...ohne das Stahlrohr wäre ich wohl ertrunken...wenn das nicht mal makaber gewesen wäre...
Meine Suzi war auf dem bordstein entlang geschliddert und lag dann mitten auf der Straße.
Nach Schätzung der Polizei kam ca. 15-30min später ein Autofahrer an der Stelle vorbei der das Motorrad auf der Strasse gesehen hat und hilt an um nach dem Fahrer zu sehn...
Diesen Herrn habe ich schon tel. danke gesagt und sobald ich wieder in der Gegend dort bin, werde ich persönlich vorbeischauen.
Den Rest kann man sich denken...Hubschrauber, Notop, Flach liegen...
Das beste war noch, dass der Polizist mir eine Anzeige wegen zu schnellem Fahren aufgedrückt hat. Dagegen gehe ich mit Rechtsanwalt vor. allein die Bremsspur beweist das ich nicht schneller als 80km/h war...Geschwindigkeitsbegrenzungen gab es an der Straße nicht.
Naja, aber kennt man ja von den grünen...motorradfahrer sind alles Raser ...
Meine Familie war, bevor sie ins Krankenhaus gekommen sind, noch bei der Polizei und mit dieser am Unfallort. Mein Bruder fragte dann, wie er darauf komme, dass ich zu schnell gefahren wäre. Dann die Antwort...ein Highlight(sinngemäß):
"Bei so einer Maschine und mit der Rennkleidung wollen Sie mir nicht sagen, dass er ein schneller Fahrer ist...."
Also alle die nen Supersportler fahren und ne Lederkombi (in meinem Fall Schwabenleder) haben sind potentielle Raser in den Augen der Polizei...zumindest in diesem Fall.
Mir gehts schon wieder besser, allerdings kann ich mein re. Handgelenk noch nicht bewegen. Dieses wurde beim Unfall in seine Einzelteile zerlegt. Aber in 6-12 Monate soll das auch wieder funktionieren. Die Schraube die drin ist stört mich ein wenig, und werde diese deshalb auch in den kommenden Wochen entfernen lassen (termine zu bekommen ist nicht so einfach)
Nachdem dies nun schon der 2te große Unfall war, bei dem ich nur indirekt schuld war (bin Motorrad gefahren und war zur falschen Zeit an der falschen Stelle), aber gottseidank überlebt habe und *toitoitoi* keine bleibenden Schäden haben werde (wenn die Genesung abgeschlossen sein wird), habe ich nun den Entschluss gefasst das Motorrad fahren aufzugeben.
Da kann man geteilte Meinung sein, ob das Motorrad fahren nun schuld war, oder ob das Schicksal unbedingt wollte das ich diese Unfälle haben sollte. Fakt ist, dass ich das meinen Eltern, Brüder, Bekannten und Freunden nicht mehr antun werde.
Meine Mutter stand kurz vorm Herzinfarkt, weil Sie mich 'wieder' im Krankenhaus besuchen musste. Die Ärzte hatten zu diesem Zeitpunkt auch nicht sagen können ob ichs überhaupt schaffe. montags vormittags bis ca. 10 war ich noch in den Fingern der Ärzte...
So ... musste das mal schreiben, nimmt mir etwas Last von den Schultern.
Wünsche euch allen weiterhin unfallfreie Fahrten und viel Gesundheit!
Evtl. schau ich mal bei Stammtischen vorbei (wenn dann mitm Auto) aber diese Saison wird das wohl eher nix.
Gruß an alle
Markus
