Kredit, Restschuldversicherung und Motorradfahren

  • Hallo Leute

    Für meinen Hausbau werde ich einen Kredit aufnehmen und diesen mit einer Restschuldversicherung abschließen.

    Dazu muss ich gerade einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen und da werde ich u.a. gefragt ob ich Motorrad fahre und ich einen Sport hauptberuflich ausübe, Rennen fahre oder einen Sport wettbewerbsmäßig treibe.


    So blöd sein, zu verschweigen, dass ich Motorradfahre werde ich nicht sein, aber wie sieht es mit gelegentlichem Fahren auf der Rennstrecke aus?

    Ich würde auch zukünftig gerne 2 bis 3 mal im Jahr an Trackdays teilnehmen. Damit meine ich Freies Fahren, mit Zeitnahme, ohne dass anschließend ein Sieger auf dem Podest gekürt wird. Ist das trotzdem ein Wettbewerb, wenn man nicht z.B. an Cup-Rennen teilnimmt?


    Wie wäre es überhaupt, wenn ich zum Zeitpunkt der Unterschrift gar kein Motorrad fahren würde ( auch keinen Führerschein besitze) und mich einige Jahre später dazu entschließen würde Rennen zu fahren? Ich habe jedenfalls nirgends gelesen, dass ich diese Änderung der Versichung mitteilen müsste.


    Hab ihr die Situation auch schon mal erlebt? Wie seit ihr vorgegangen?

  • Im Versicherungsjargon sind Rensstreckenbesuche ein "Wagnis", was bei einem Unfall mit Spätfolgen in den meisten Versicherungsleistungen zu Einschränkungen führt. Also bspw. Kürzung von Krankenhaustagegeld, Kürzung bei Berufsunfähigkeitsleistungen, bei Invalidenrente, etc.

    In dem Wissen, dass dies als Risiko bewertet wird und da ich mir das ja jedes Jahr aufs Neue überlege, ob ich überhaupt noch gehen soll, würde ich davon ausgehen, dass ich so etwas zukünftig nie wieder tun werde und entsprechend antworten.

    Kann ja sein, dass ich mich dann ja trotzdem spontan anders entscheide - man weiss ja nie, wie das Leben so spielt...

  • Prinzipiell solltest Du Dich fragen, ob Du die Restschuldversicherung überhaupt brauchst. Die Fragen jetzt nicht hier beantworten, sondern für Dich selbst.


    Bekommst Du denn als Gegenleistung von der Bank bessere Konditionen? (Normalerweise nein, aber die Bank bekommt für den Versicherungsabschluss Provision und ist der Hauptnutznießer, weil das Risiko des Ausfalls praktisch nicht mehr besteht, zumindest wenn auch Arbeitsverlust etc mitversichert sind)

    Ist die zwingend für den Kredit vorgeschrieben? ( dann müsste das in den effektiven ZS eingehen, deswegen ist es dies in der Regel nicht!, dann schaut der nämlich gar nicht mehr so gut aus)

    Arbeitest Du in einem Beruf der nicht Zukunftssicher ist, oder der hohe gesundheitliche Risiken hat? (Also bist Du Mechatroniker oder Kumpel oder so was?)

    Hast Du Familie, die von der Versicherung profitiert? (Frau Kinder, Kindeskinder)

    Vorerkrankungen?


    Vor allem solltest Du nachfragen, welche Auswirkungen auf die Konditionen ein Rennstrecken-Training, Fallschirmspringen oder ähnliches hat.

    Angeben würde ich so ab und an spontan Trainings nicht, läuft ja auch oft unter Sicherheitsgedingse, damit die KFZ-Versicherung nicht mault.

    Erst wenn Du sehr regelmäßig an Veranstaltungen teilnimmst wo auch deine KFZ-Haftpflicht sich verweigern wrürde, wäer imho der Punkt erreicht, wo man das wahrscheinlich laut Kleingedrucktem auch bei der Restschuldversicherung angeben müsste. Aber genau da solltest Du nachlesen oder deinen Bänker fragen, dafür ist der nämlich da.

  • Alternativ noch bei anderen "Anbietern" nachfragen, diese ganzen Fragen haben eigentlich meiner Meinung nach nix mit dem Kredit zu tun. Bin da aber kein Fachmann, vielleicht ist es heutzutage anders, wie ich gebaut habe hat das niemanden Interessiert.


    Mein Ansprechpartner kenne ich persönlich, schon lange, da man sich im ländlichen Raum eben mehr kennt wie großteils in der Stadt und noch weiß wo er wohnt ;) Der sagt einem wie man was machen kann, ohne Haken und Ösen, er weiß genau das es Kunden gibt die sich durchaus mit der Sache beschäftigen und teilt seine Meinung oder Tipps entsprechend dazu mit. Wie schon vorher erwähnt, jeder Abschluss bringt demjenigen Provision, egal ob du es brauchst oder nicht.

  • Alternativ noch bei anderen "Anbietern" nachfragen, diese ganzen Fragen haben eigentlich meiner Meinung nach nix mit dem Kredit zu tun. Bin da aber kein Fachmann, vielleicht ist es heutzutage anders, wie ich gebaut habe hat das niemanden Interessiert.


    Mein Ansprechpartner kenne ich persönlich, schon lange, da man sich im ländlichen Raum eben mehr kennt wie großteils in der Stadt und noch weiß wo er wohnt ;) Der sagt einem wie man was machen kann, ohne Haken und Ösen, er weiß genau das es Kunden gibt die sich durchaus mit der Sache beschäftigen und teilt seine Meinung oder Tipps entsprechend dazu mit. Wie schon vorher erwähnt, jeder Abschluss bringt demjenigen Provision, egal ob du es brauchst oder nicht.

    Ich bin zwar kein Versicherungsfachmann, aber die haben sehr wohl was damit zu tun, um das Ausfallrisiko zu quantifizieren.

    Ein Hobby-Schachspieler mit Bürojob setzt sich anderen Risiken aus wie ein Baustellenarbeiter mit Rennambitionen (nur als Beispiel - nicht auf den Threadersteller gemünzt). Und damit ist auch die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit höher, welche wiederum den Ausfall von Kreditzahlungen zur Folge hätte.

    Somit verstehe ich den WIllen der Versicherung, diese Informationen zu erhalten...

  • Wie gesagt, Stand heute kann ich nichts dazu sagen, war in den 90ern noch bei mir. Alternativ eben ohne diese Versicherung, die scheint ja Option zu sein, was suchen wäre vielleicht was sofern das geht.

  • Hallo und danke für die Rückmeldungen


    Ich denke ich werde mit offenen Karten spielen und auch angeben dass ich gelegtlich auf die Rennstrecke fahre, auch wenn die meiner Auffassung nach keinen wettbewerbsmässigen Charakter hat.

    Die Versicherung soll im Falle meines Ablebens meiner Frau und meiner Tochter zugutekommen, da nicht die Möglichkeit hätten die finanzielle Last zu tragen. Ich bin selbt auch gegen Invalidität abgesichert, falls ich Krankheits- oder unfallbedingt nicht mehr Arbeiten könnte.

    Auf die Versicherung zu verzichten wäre Unfug. Selbst wenn die sich querstellen und ein Klausel einsetzen, dass die bei Tod oder oder Invalidität wegen Rennstreckenbesuch oder Motorradfahren allgemein, jede Zahlung verweigern werden bin ich für einen Großteil aller Eventualitäten abgesichtert.

    Ich wäre blöd die 7000 euro zu sparen um auf die Renne zu gehen zu dürfen, und würde dann beim Spaziergang mit dem Hund auf der Strasse überfahren und hätte keinen Versicherungsschutz.


    Mal schaue, was die sagen werden.

  • Du solltest vllt der Versicherung mitteilen das du dich bei Besuch solch einer Veranstaltung jedesmal zusätzlich bei einem anderen Anbieter absicherst, und das natürlich auch tun, wenn du mal fährst.

  • claude_SC57

    Moin, reicht dir nicht ggf. ne Risikolebensversicherung?

    Dort wird zwar auch nach " Extremsportarten " gefragt, aber wenn du die nicht regelmäßig betreibst, könnte ja im Einzelfall ne entsprechende Zusatzversicherung wie Sturzflug meinte auch ausreichen.

    Aus fahrphysikalischen Gründen entsteht ein Sicherheitsrisiko,wenn die Motorleistung dem Leergewicht nicht angepasst ist und dadurch außerordentlich starke Beschleunigungen möglich werden.
    ( Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat in seinem Beschluss zur Motorradsicherheit.)

  • Ich würde hier immer grundsätzlich ehrlich sein.


    Sollte der Fall der Fälle eintreten fragen die sowieso nach wie es passiert, wo und warum.


    Und das gründlich denn es geht um viel Geld.

  • Die andere Frage ist, ob es in Zukunft überhaupt noch Trackdays für Dich gibt. Wenn man sowas umsetzt kommen soviele Sachen auf einen zu dass die 24 Stunden eines Tages nicht ausreichen, da geht zudem viel Wochenende und allgemeine Freizeit drauf und wenn dann mal 5 Minuten Luft sind hat man keine Lust sich schnell mal auf den Bock zu setzen. Meine 33er Stand damals sehr lange rum, hab sie sogar verkauft weil ich keine Zeit mehr fand damit zu fahren. Muss aber dazu sagen das wir alles selbst gemacht haben, wenn es ein Bauträger oder so wird hast aber nicht weniger zu tun, einer muss denen ja auf die Finger schauen ;)

  • So ist es, aber schon ein paar Jahre.

    Eigentlich nehme ich das Motorrad nur noch zur Arbeit. Mir mal am Wochenende Zeit nehmen um eine Runde zu drehen tue ich eigentlich auch kaum noch.

    Bin ich früher 12000 im Jahr gefahren, sind es jetzt 2000.

    Bedauern tue ich es aber nicht. Zu Hause gibt's immer was zu tun, und ich arbeite gerne (so lange es nicht beruflich ist). Aufhören will ich aber auch nicht.

    Vielleicht fahre ich morgen ne Runde. Die Saison ist ha bald vorbei.