Michelin Power RS+ auf eigener BMW nachgetestet

  • Hatte den Michelin Power RS+ ja im Januar in Spanien im Vergleich mit Bridgestone S22 und
    Dunlop SportSmart Mk3 testen können:
    http://www.bmw-motorrad-portal…idgestone-dunlop-michelin
    Aber ich fahre gute Reifen gerne nochmal auf meiner eigenen Hausstrecke, da ich die gefahrenen
    Geschwindigkeiten noch besser in Relation setzen kann.
    Ich hatte direkt vor dem Power RS+ ja den Road 5 montiert und den Power RS (ohne Plus)
    hatte ich auch schon auf meiner S 1000 R gefahren.



    Während der Power RS (ohne +) noch für optimales Laufverhalten und Stabilität mit mir
    drauf (192cm und ca. 110 kg) unbedingt mit einem leicht verringerten Reifendruck gefahren
    werden wollte (2.3 vorne und 2.7 hinten), verlangte der Road 5 den vorgeschriebenen Druck
    von 2.5/2.9 da er sich sonst nicht stabil genug beim schnellen fahren war.
    Da ja der Power RS für vorne nicht verändert wurde, habe ich hier direkt den leicht niedrigeren
    Druck von 2.3 bar eingefüllt, und hinten nach einer ersten kleinen Proberunde aber die 2.9 bar.
    So geht es nun auf meine richtig flotte Testrunde (Durchschnittsverbrauch trotz hohen
    Landstraßenanteil immer über 8 Liter auf 100 km) Nun geht es zum einrollen erstmal eine kleine
    Runde über den "Schladernring" bei dem dann natürlich ein paar enge Ecken zackig angebremst werden
    damit auch vorne die erste Schicht gut angeraut wird. Auf den unebenen Streckenabschnitten
    macht der neue Pneu hinten eine angenehmere Figur als der RS (ohne +), der da besonders mit vollen
    Druck schon sehr hart abrollte.
    Und dann kommen die beiden wichtigsten Streckenabschnitte, einmal ein Stück 4-spurige
    Bundesstraße bei der man sich bei allen Kurven im Bereich von 200 km/h im Bereich der
    maximalen Schräglage bewegt und dann 2 Abfahrten lang die A4 mit schönen schnellen Kurven
    im Bereich von V/Max. Auf beiden Streckenabschnitten das bekannt gute Vertrauen vermittelnde
    Laufverhalten auch bei voller Schräglage.
    Ob Kaltlauf (der RS+ ist am schnellsten da), Aufstellneigung beim Bremsen, beim Grip allgemein,
    bei der Stabilität beim reinen geradeaus bolzen auf der Bahn und bei der Zielgenauigkeit, überall
    "spielt" der Power RS+ ganz vorne bei den Supersportreifen mit.
    Eine "spaßige" Eigenschaft die nur beim zuletzt gefahrenen Road 5 und beim jetzt beim Power RS+
    habe, ist das sich (Fahrmodus Road) bei meiner S 1000 R der vordere Reifen so schön mit der
    Asphalt "verzahnt", das ich beim starken ankern die Stoppiehöhe mit den 2 Bremsfingern einstellen
    kann. Bei den anderen Reifen macht das ABS vorher schon die Bremse auf und verschenkt so Bremsweg.


    Jetzt ein kleiner feiner Unterschied den ich nur auf meiner Hausstrecke raus fahren konnte.
    Während der alte Power RS nur unter extremen Bedingungen hinten bis zur Kante runter gefahren
    werden kann (auf Landstraße bewegten Mopeds mit dem Power RS habe ich überall einen kleinen
    Streifen unbenutzten Gummi gesehen), scheinen Sie wohl dem Power RS+ den Reifen hinten minimal
    flachere Kontur gegeben haben. Nun zeigt er bei mir die übliche Nutzungsfläche bei den Sportreifen.
    Da ist wie hier vorne ein normal breiter Streifen ungenutztes Gummi:



    Während der Power RS+ hinten die bei mir übliche Nähe (bei Supersportreifen)
    zur Kante erreicht hat:



    Der Michelin Power RS+ ist durch die Modellpflege auf mehr "Alltagsperformance" optimiert worden,
    mehr Nassgrip, Abrollkomfort und höhere Abriebfestigkeit sorgen beim Betrieb auf der Landstraße
    für längeren und sicheren Spaß auch bei Nässe, und durch die minimal flachere Kontur nutzt man auch
    mehr Gummi in der Nähe der Reifenkante.

  • Die ersten Meter können durchaus diesen Eindruck vermitteln, ich habe letzte Saison 6 Sätze der Power RS durchgeblasen auf Landstraßen und alle sahen seitlich so aus wie auf den beiden Bildern unten. Dass der + einen anderen Aufbau hat ist mir klar, den hab ich aktuell ebenfalls montiert da der vordere noch einen hinteren erlaubt. Dennoch kann ich diese Bericht in der Meinung nicht teilen, die Kilometer wo ich mit dem Reifen fahren konnten waren eher durchwachsen, wo der + gerutscht ist beim simplen beschleunigen aus dem Kreisverkehr raus hatte der normale sich ruhig verhalten. Das ist zwar noch nicht der Gesamteindruck, wenn jedoch ein Reifen sich dermaßen meldet hab ich im Hinterkopf einen sehr faden Beigeschmack und da ist es mir egal ob er bei Nässe besser haftet wenn er im trockenen schon rutscht.


  • @utiltiy
    Hast du den Reifenluftdruck bei dem RS+ denn auch angepasst oder den vom normalen RS ünernommen?
    Vllt könnte das rutschen auch daher kommen.
    Ich stehe jetzt auch vor dem zweiten Satz für hinten. Aber da ich zwischendurch auf der Rennstrecke bin wird es wohl wieder der normale RS.


    @OSM62
    Toller Bericht ;)

  • Genau das ist doch die Schwierigkeit bei der Epfehlung für Reifen oder auch fürs Motorrad selbst.
    Der eine findet das pasend für sich der andere sagt das geht aber gar nicht.
    So bin ich bei mir von Michelin weg und aktuell bei Conti gelandet.
    Da ich mit dem sehr zufrieden bin habe ich das Problem etwas anderes zu probieren denn der Griff ins Klo ist jetzt mit einem höheren Risiko verbunden als zuvor nach den Michelin.

    Grüße Michael
    allzeit gute Fahrt und immer heile ankommen :thumbsup:


    In meinem Alter muß ich nicht jedem in jeder Kurve hinterher "schießen" :schildgroete:
    Es steht mein Spaß im Vordergrund :wavey:

  • Ich war mit Standard LD unterwegs, hinten, 2,9. Wie die Rutscher passiert sind war ich schon 80km unterwegs, also sollte der Reifen seine Temperatur gehabt haben.


    Einen Reifen beurteile ich über seine gesamte Laufleistung, nicht die ersten paar Kilometer, was bei mir hinten in der Regel ~ 2.500 - 2.800 km bedeutet. Im neuen Zustand funktioniert nahezu jeder Reifen, wie in der Moto GP auch, aber wenn es an die Substanz geht verschiebt sich das und genau das ist es doch was uns interessiert weil wir die Reifen bis zum Strich fahren und nicht einfach neue aufziehen wenn der Grip nachlässt obwohl noch Profil vorhanden ist, jeder KM mehr entlastet unseren Geldbeutel.


    Ich hoffe und bin gespannt ob wir bei diesem Bericht auch was über die Laufzeit mitgeteilt bekommen und wie er aussieht wenn er gewechselt wird. Das sind Fakten wo bestimmt nicht nur mich interessieren, sofern sie kommen ;)

  • Normalerweise gebe ich auf Luftdrücke für mich als Landstraßentourer ja nicht viel.
    Beim Pilot Power 3 war da immer max drin und gut ist.
    Beim Power RS (ohne plüs) habe ich das erste mal damit rumgespielt.
    Interessant ist, dass ich mit einem ähnlichen Druck fahre wie OSM62, ohne vorher viel gelesen zu haben. (Vorne 2,4, Hinten 2,7).
    Wenn ich hinten 2,9 fahre habe ich das Problem, dass der Reifen sich irgendwann in einer schwammig / rutschend anfühlt, wenn man sportlichere Landstraßen durchfährt.
    Mit 2,7 hinten habe ich "nur" das Problem, dass nach einem längeren VMax Autobahnabschnitt sich das wie auf rohen Eiern anfühlt. Dafür ist das normale Landstraßengezuckel ein Träumchen.
    Was ich interessant finde ist der Reifenverschleiß bei utiltiy - ich habe jetzt ~ 4500km mit dem ersten Satz abgespult und noch soviel Profil hinten drauf, dass ich nicht mal nachmesse. Machst du damit ab und zu einen Burnout? Fährst du auf der Rennstrecke / Landstraßen Rennstreckenähnlich?

  • Wenn man eine Blade artgerecht bewegt, ist jeder Hinterradreifen bei maximal 3000km fertig, so meine Erfahrung.

    ...definiere artgerecht... ;) ..."artgerecht" wäre m.E. nur Rennstrecke... :rolleyes:


    ...ansonsten hat mein S21 auf der SC28 über 7800 Km Landstraße drauf, hat aber die Verschleißgrenze -zumindest hinten - nun aber auch erreicht... vorne geht der noch locker etliche hundert Km... ^^

  • 2.9 hinten ist definitiv zuviel bei Solo Betrieb auf der LS, egal welcher Reifen. Ich würde es mal mit 2.4 - 2.6 versuchen, vorne 2.2 - 2.4
    So ein reifen hält bei mir hinten immer 4000 km + und ich fahre nicht STVZO konform, vielleicht sollte der eine oder andere seine Fahrwerkseinstellungen überprüfen. Ich gehe dabei von dem Verschleiss in der Mitte aus, der ist hier immer eher am Ende wie die Flanken, dafür gibt es hier nicht genug Kurven.

  • interessant und immer wieder spannend :)


    Wenn eure Profilbeschreibung aktuell ist liegt es ggf. an der (nicht vorhanden) Traktionskontrolle, die bei mir maximal eingreifen soll.

    Ich finde es immer erstaunlich was hier für KM-Zahlen genannt werden. Da bin ich weder mit der SC59 noch mit der cbr 600 F hingekommen (mit verschiedenen Reifen), und ich bin wirklich nicht der Landstraßenheizer.


    Mich würde interessieren wie lange bei dir der Dunlop drauf war. Bist du den bis zum Ende gefahren?

  • Dieser Reifen hat genau 2329 km drauf:

    Du weißt selber dass man Reifen innerhalb kürzester Zeit "aufarbeiten" kann... bei der km-Leistung bist du entweder wirklich im Auftrag des Herrn unterwegs... oder du "über"fährst den Gummi einfach.
    Der große Unterschied zum Vordereifen deutet ebenfalls auf entweder irrsinniges am Gas reissen... oder deine Fahrwerkeinstellung/Federbein ist unpassend. Unpassende Dämpfungseinstellungen, z.B. zuviel Zugstufe , sind eben auch Gummifresser.

    Eines Tages glaubte ein Koyote entdeckt zu haben, dass er nur lange genug heulen müsse um den Vollmond zu besiegen.... (keine alte Indianerweisheit sondern eher eine Erkenntniss des internet-Zeitalters)

  • Wieso der Große Unterschied zu vorne? Da sind es im Mittel 4500 km. Am Fahrwerk hab ich auch schon probiert zu ändern wie den LD, hat jedoch keine fühlbaren Änderungen ergeben. Aber wie man sieht ist der Reifen komplett runter und sieht nicht sonderlich aus als ob es am Fahrwerk liegt. Ich denke dass die Rußschicht bei dem Reifen schlichtweg zu heiß wird und dieses genau in dem Hauptbereich liegt wo ich beim Fahren nutze.

  • Da sind es im Mittel 4500 km

    Eben... 2:1 find ich ungewöhlich.

    Eines Tages glaubte ein Koyote entdeckt zu haben, dass er nur lange genug heulen müsse um den Vollmond zu besiegen.... (keine alte Indianerweisheit sondern eher eine Erkenntniss des internet-Zeitalters)