Lautstärke

  • Hi Bernd.

    Das mit den 3 ROTEN Ringen ( Adidas - Streifen :?: ) :/ sieht ja schon sehr GEWÖHNUNGSBEDÜRFTIG aus. Dieses hatte ich dir ja schon beim FB Treffen gesagt. Da hat mir dein Koffer :D als Gepäckträger besser gefallen.

  • mit den Schutzringen sieht es für mich nur häßlich aus. Bitte ohne.

    Wenn ich so viel Geld dafür ausgegeben hätte, würde ich auch allerhand tun, um den Endtopf zu schützen und mich genau einen Dreck darum kümmern, ob das irgendwem nicht gefallen könnte.

    ... remember the times, when sex was safe and bikes were dangerous?

  • mit den Schutzringen sieht es für mich nur häßlich aus.


    Das mit den 3 ROTEN Ringen ( Adidas - Streifen :?: ) :/ sieht ja schon sehr GEWÖHNUNGSBEDÜRFTIG aus.

    Die Ringe sind fürs Funktionieren der Lösung nicht notwendig. Die Zulassungsmessung wurde ohne die Ringe gemacht.

    Ich habe die Ringe auch nicht aus optischen Gründen angebracht, sondern ich hatte zwei davon schon vorher zum Schutz dran, weil ich von meinem ersten Motorrad weiß, wie der Auspuff aussieht, wenn das Motorrad im Stand umkippt und auf den Auspuff fällt.

    Andererseits weiß ich, daß mein Geschmack nicht mehrheitsfähig ist. Beispielsweise habe ich's gerne farbig, auch das Motorrad, obwohl die meisten anderen Motorradfahrer schwarz bevorzugen. Deshalb ist meine Fireblade auch rot. Aus meiner Sicht passen die roten Ringe als Farbtupfer gut dazu, auch wenn das dann nicht mehr wie eine serienmäßige Fireblade aussieht. Aber ich kann schon verstehen, wenn jemand keine "bunten Joghurtbecher" mag, dann können ihm auch die Ringe nicht gefallen. Die Ringe hätte es auch in anderen Farben gegeben, z.B. schwarz oder weiß.

  • Und wieviel Kilogramm sind dazugekommen?


    Die SC77 ist so leicht, 5kg mehr fallen da gar nicht auf


    Als die Auspuffe ummontiert wurden, hatte ich leider keine Waage dabei. Aber ich hatte beide in der Hand und würde grob schätzen, daß der neue Auspuff knapp doppelt so schwer ist, wie der originale. Den habe ich noch und habe ihn gerade gewogen: 3,008kg mit einer kleinen Unsicherheit, weil ich auf zweimal wiegen mußte. Daß Honda den Serien-Auspuff aus Titan gebaut hat, zahlt sich anscheinend aus.

    Demnach müßten ungefähr 3kg dazugekommen sein.

    Damit habe ich kein Problem, weil ich nicht auf der Rennstrecke fahre; ich bin ziemlich sicher, daß ich den Unterschied auf der Landstraße auch im direkten Vergleich nicht bemerken würde. In der Werkstatt liegt ohnehin noch ein LiFePO4-Akku, den ich irgendwann statt dem originalen Bleiakku einbauen will. Dann bekomme ich einen Teil der ca. 3kg wieder.

  • Eigentlich muss die ganze Aktion in ne gescheite Motorrad-Zeitschrift

    Da habe ich keine Connections.

    Aber generell fände ich es schon gut, wenn auch Nicht-Motorradfahrer erfahren würden, welche bürokratischen Hürden man überwinden muß, wenn man seine Maschine leiser machen will. Vielleicht würde das ein kleines Bißchen zum Verständnis für uns in der Öffentlichkeit beitragen. Zumindest wenn mich jemand auf Motorradlärm anspricht, kann ich sagen: ich habe getan, was ich konnte, aber den Aufwand können nicht viele treiben.

  • 3,008kg mit einer kleinen Unsicherheit, weil ich auf zweimal wiegen mußte

    Wenn du den so genau wiegst, dann muss man ja auch den Russ schon beruecksichtigen. ^^

    scribere non curo ego dolentes quod aliquis fals

    Vorsicht!

    Das lesen meiner Beitraege erfolgt auf eigenes Risiko und eigene Gefahr!

    Sollte jemand zu Schaden kommen übernehme ich keine Haftung!

    Vorsicht, ich koennte auch eine gespaltene Persoenlichkeit sein!

    Ach so, : „Wenn du Gott siehst, dann musst du bremsen“

  • Da habe ich keine Connections.

    Schreib doch einfach ein Mail mit Betreff "CBR 1000 RR (SC77) mit 94dB eingetragen" an die Redaktionen der namhaften, deutschen Motorradpresse, verlinke den Thread hier und sag, dass du auch zu einem Interview mit Fotos von deinem Motorrad bereit wärst!

    Kann gut sein, dass die jetzt über'n Winter genau sowas gerne aufgreifen! 1000ps nicht vergessen ... ;)

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    2 Mal editiert, zuletzt von erixx ()

  • Als die Auspuffe ummontiert wurden, hatte ich leider keine Waage dabei. Aber ich hatte beide in der Hand und würde grob schätzen, daß der neue Auspuff knapp doppelt so schwer ist, wie der originale. Den habe ich noch und habe ihn gerade gewogen: 3,008kg mit einer kleinen Unsicherheit, weil ich auf zweimal wiegen mußte. Daß Honda den Serien-Auspuff aus Titan gebaut hat, zahlt sich anscheinend aus.

    Demnach müßten ungefähr 3kg dazugekommen sein.

    Damit habe ich kein Problem, weil ich nicht auf der Rennstrecke fahre; ich bin ziemlich sicher, daß ich den Unterschied auf der Landstraße auch im direkten Vergleich nicht bemerken würde. In der Werkstatt liegt ohnehin noch ein LiFePO4-Akku, den ich irgendwann statt dem originalen Bleiakku einbauen will. Dann bekomme ich einen Teil der ca. 3kg wieder.

    funktioniert aber nur bei der "Normalen" die SP hat glaube ich schon eine Lipo verbaut wenn ich nicht irre

    Mitleid gibt's umsonst mein Freund Neid muss man sich verdienen

  • Wenn du den so genau wiegst, dann muss man ja auch den Russ schon beruecksichtigen.

    ... und den Straßendreck, den ich vom alten Auspuff nicht weggemacht hatte ... :) .


    Ich habe halt eine digitale Küchenwaage mit 1g Auflösung benutzt und die Stellen nicht weggerundet. Eine genaue Toleranzanalyse wollte ich mir sparen, weil es in dem Zusammenhang sowieso nicht so genau darauf ankam. Sonst hätte ich die Genauigkeit der Küchenwaage irgendwo herausfinden müssen. Außerdem habe ich wie gesagt auf zweimal wiegen müssen, weil die Waage nur bis knapp über 2kg ging. Dabei habe ich eine Seite mit einem Holz unterlegt, das genauso hoch wie die Waage war, und die andere Seite auf die Waage gelegt. Danach habe ich den Auspuff umgedreht, sodaß die Seite, die vorher auf dem Holz war, dann auf der Waage lag, und umgekehrt. Die beiden Ergebnisse habe ich addiert. Für eine Toleranzanalyse hätte ich abschätzen müssen, wie groß die Abweichung von der Waagerechten maximal gewesen sein kann, und dann ausrechnen, was das für einen Meßfehler gibt.


    Das Ergebnis von 3,008kg fand ich trotz der möglichen Ungenauigkeiten interessant: Vielleicht waren es in Wirklichkeit fast genau 3,000kg. Das wäre ein Hinweis, daß Honda für bestimmte Teile (in dem Fall für den Auspufff) möglicherweise den Entwicklern Gewichtslimits vorgegeben hatte.

    funktioniert aber nur bei der "Normalen" die SP hat glaube ich schon eine Lipo verbaut

    Das stimmt, die SP hat meines Wissens serienmäßig einen Li-Ion-Akku. Wenn man den gegen LiFePO4 ersetzt glaube ich nicht, daß das Gewicht spart.

  • Schreib doch einfach ein Mail mit Betreff "CBR 1000 RR (SC77) mit 94dB eingetragen"

    Vorläufig habe ich etwas Anderes vor. Gestern habe ich einem Kollegen, der auch ein Auspuff-Problem hat, einen Link auf diesen Thread geschickt. Nachdem er den Kommentar von Derbe gelesen hat, hat er einen anderen Kollegen angesprochen, der über einen Bekannten Kontakt zu einer Motorradzeitung hat. Der hat mich heute angemailt und gefragt, ob ich Interesse hätte, mit einer Zeitung zu sprechen. Ich habe "ja" gesagt. Mal schauen, was passiert, sonst kann ich ja immernoch auf eigene Faust ein Mail schreiben.

  • Das waere wirklich ein guter Artikel und koennte einiges bewegen.

    Auch im Zusammenhang mit der 95db Regel in Oesterreich. Vielleicht werden die Hersteller mal wach und bauen Supersportler die man auch fahren darf auf den Strassen.

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    Sollte jemand zu Schaden kommen übernehme ich keine Haftung!

    Vorsicht, ich koennte auch eine gespaltene Persoenlichkeit sein!

    Ach so, : „Wenn du Gott siehst, dann musst du bremsen“

    Einmal editiert, zuletzt von dunlop ()

  • Das waere wirklich ein guter Artikel und koennte einiges bewegen.

    Auch im Zusammenhang mit der 95db Regel in Oesterreich. Vielleicht werden die Hersteller mal wach und bauen Supersportler die man auch fahren darf auf den Strassen.

    da hast Du schon recht und ich werde auch nicht wieder anfangen damit Öl ins Feuer zu gießen
    allerdings meine persönliche Meinung dazu kennt wohl ohnehin schon jeder
    es sollte einfach nicht sein dürfen das uns wer mit einem originalen Motorrad das fahren verbietet
    und das auch rein persönlichen Gründen...........die Grünen mal wieder
    von daher bevor ich mir einen Auspuff um 3500€ bauen lasse
    meide ich lieber das motorradfeindliche Tirol und gebe mein Geld halt woanders aus

    zu dem Problem auf den Rennstrecken äußere ich mich gar nicht mehr näher
    mit einem Strassenzugelassenen Motorrad nicht auf der Rennstrecke fahren zu dürfen weil es zu laut ist
    sagt eigentlich von sich aus schon den Stand der heutigen Meinung der Gesellschaft zum motorradfahren aus.

    ENDE :rolleyes:

  • Na ja ich meinte ja auch besonders dass die Hersteller wacher werden durch so einen Artikel. Dass du mir dafuer einen dislike gibst verstehe ich nicht. Ach dass ist ein neutraler lol, ok.

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  • Na ja ich meinte ja auch besonders dass die Hersteller wacher werden durch so einen Artikel. Dass du mir dafuer einen dislike gibst verstehe ich nicht. Ach dass ist ein neutraler lol, ok.

    nix dislike würde ich mich nie trauen *gg*
    das war ein neutral bitte !!!

  • Ich habe die nie so genau angesehen lach. Einen Neutraler war mir gar nicht bewusst dass es sowas gibt. ^^

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  • Ich habe die nie so genau angesehen lach. Einen Neutraler war mir gar nicht bewusst dass es sowas gibt. ^^

    na siehst Du selbst Du als ERLEUCHTETER hast noch nicht ganz ausgelernt :D
    so und jetzt zurück zum Thema Burschen ich klink mich wieder aus will den Thread nicht unnötig zumüllen mit einem Chat ;)

  • Kraftrad Du hast doch Verbindungen, könntest du das Thema nicht an die Zeitschrift Motorrad/1000PS/PS etc. weiter geben?
    Finde es schon Wahnsinnig (gut!) was Freizeitbiker da auf die Beine gestellt hat, um seinen Hobby mit der SC77 weiter ausüben zu können.

  • Die Hersteller sind in der Pflicht, ansonsten macht ihr ne Tür auf, die ihr nie wieder zu bekommt.

    Wenn sichs rausstellt dass leise Pötte möglich sind, was glaubt ihr was man euch irgendwann mal als Bedingung für den nächsten WE-Ausflug im Gebiet X oder wie aktuell bereits für Rennstrecke Y auferlegen wird?


    Ich hab was ähnliches in den 90ern hinter mir. Damals hab ich ne SC28 auf G-Kat umgebaut und wollte das TÜV-en.

    Man hat mir alle nur denkbaren Hürden in den Weg gelegt, Lautstärke, Leistung, Abgas...ja nee is klar, all das könnte sich naürtlich verschlechtern wenn man nen Kat zusätzlich einbaut :lol: .

    Als ich das trotz mehrerer tausend Mark noch machen wollte kamen sie mir noch mit nem Hochgeschwindigkeitstest auf nem Rundkurs in Aachen für einen etwa 5-stelligen Betrag, es könnte sich ja das Fahrverhalten verschlechtert haben. Es war offensichtlich dass es nicht sein durfte dass ein Einzelner das nachholt was die Hersteller damals angeblich nicht liefern konnten. U-Kat hätten sie übrigens akzeptiert....

    Eines Tages glaubte ein Koyote entdeckt zu haben, dass er nur lange genug heulen müsse um den Vollmond zu besiegen.... (keine alte Indianerweisheit sondern eher eine Erkenntniss des internet-Zeitalters)

  • Ich hab was ähnliches in den 90ern hinter mir. Damals hab ich ne SC28 auf G-Kat umgebaut und wollte das TÜV-en.

    Ja, das erinnert wirklich sehr an das Schalldämpfer-Thema. Höchstens vielleicht mit dem Unterschied, daß man damals meines Wissens nicht gleichzeitig Fahrverbote gegen Motorräder ohne G-Kat verhängt hat.

    Bei den Autos hat man es in den 80er Jahren übrigens besser gemacht, jedenfalls in Deutschland: da gab es Nachrüst-Aktionen für Kats, und soweit ich mich dunkel erinnere, konnte man die meisten Autos zumindest mit einem ungeregelten Kat nachrüsten. Dein Beitrag legt den Verdacht nahe, daß man schon damals Motorräder schlechter als Autos behandelt hat.


    Die Hersteller sind in der Pflicht, ansonsten macht ihr ne Tür auf, die ihr nie wieder zu bekommt.

    Das Dilemma habe ich mir natürlich auch gut überlegt, bevor ich angefangen habe. Es gäbe auch noch die Variante, daß die Anforderungen immer wieder so nachgezogen werden, daß immer einige Motorräder durchs Raster fallen, egal wieviel Verbesserung alle erreichen. In einer Stellungnahme eines Politikers habe ich sinngemäß sowas gelesen, natürlich verklausuliert. Hoffentlich bleibt das nur eine radikale Minderheitsmeinung.

    Leider gibt es im Leben selten eine Entscheidungsmöglichkeit ohne Nachteile. Für meine Entscheidung war die Überlegung ausschlaggebend, daß es mehrere Gruppen in der Bevölkerung gibt:

    1. Diejenigen, die tatsächlich unter Motorradlärm leiden und das Gefühl haben, daß die Motorräder immer lauter werden. Nach dem, was in der Euro4-Norm geändert wurde und bis heute so geblieben ist, fürchte ich, daß sie mit diesem Gefühl Recht haben.
    2. Diejenigen, die generell gegen Motorräder sind und Lärmschutz nur als willkommenen Vorwand nutzen.
    3. Diejenigen, die zwar keine Motorradstrecke vor der Tür haben, aber sich ihre Meinung dazu aus Presse und sozialen Medien bilden.
    4. Die Motorradfahrer selbst.
    5. Die Politiker, die früher oder später je nach vermuteter Mehrheitsmeinung und eigener Ideologie Entscheidungen treffen.

    Entscheidend finde ich die erste Gruppe. Die haben nämlich tatsächlich ein Problem, für das man meiner Meinung nach Verständnis haben muß und zu dessen Lösung ich wenigstens im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten beitragen will, d.h. für mein eigenes Motorrad. Außerdem glaube ich, wir Motorradfahrer müßten gemeinsam ein Interesse daran haben, daß diese Gruppe nicht zu groß wird, denn wir können schwer argumentieren, daß wir zu deren Lasten unsere Freiheit behalten wollen. So eine gesellschaftliche Diskussion würden wir langfristig verlieren. Das Ergebnis wären immer mehr Fahrverbote und Schikanen. Ich hoffe darauf, daß in allen außer der 2. Gruppe genügend Vernünftige sind, die erhalten wollen, was unser Land bisher lebenswert gemacht hat und den Kern einer freiheitlichen Demokratie ausmacht: etwas nicht verbieten, wenn man das Problem auch anders lösen kann. Denen müßte man zeigen, daß es ohne Verbote geht. Ich gebe zu, daß auf Vernunft zu hoffen schwierig sein kann. Andererseits habe ich letztes Jahr bei der Demo am Mittleren Ring in München nur Menschen gesehen, die uns gegenüber aufgeschlossen waren, trotz der Zumutung. Sogar Bewohner eines Alten-Service-Zentrums haben sich in Rollstühlen zum Ring bringen lassen und uns freundlich zugewinkt, obwohl sie sich selbst garantiert nie (mehr) auf ein Motorrad setzen werden. Den Wunsch nach Freiheit auch für Andere scheint es also noch zu geben.

    Deine Argumentation zielt wohl auf die zweite Gruppe. Meine Befürchtung ist, daß man die durch nichts von ihrer Radikalität abbringen kann. Und ja, wenn einige Motorräder leiser würden (egal auf welche Weise), würde man ihnen ein Argument liefern, dasselbe für alle Bikes zu fordern. Eben Salami-Taktik. Aber wenn man nichts tut, liefert man ihnen auch ein Argument: dann stellen sie uns als rücksichtlose Egoisten hin, auf die man umgekehrt auch keine Rücksicht nehmen müsse.

    Ich gebe zu, daß es für mich auch noch ein zweites Motiv gibt: ich bin Spartenleiter der Betriebssportgemeinschaft Biker in unserer Firma. Da ist es natürlich auf Dauer blöd, wenn die Mehrheit der Mitglieder gerne nach oder durch Tirol fahren würden und auch dürfen, aber ich darf nicht. Zur meiner Ehrenrettung kann ich sagen, daß meine Umbau-Planungen schon begannen, bevor es Fahrverbote in Tirol gab.


    Was die Rennstrecken betrifft: Die Beschränkungen gibt es doch sowieso schon flächendeckend in Deutschland. Die technischen Lösungen (anderer Auspuff, nicht zugelassen, jedes Mal 2x umbauen) wurden meines Wissens erst danach von den Rennstreckenbetreibern entwickelt. Also scheinen die Auflagen ohne Rücksicht darauf gemacht zu werden, ob es technische Lösungen gibt oder nicht. Auch Motorradfahrverbote (unabhängig von der Lautstärke) oder gefährliche Schikanen (60km/h für Motorräder, 100km/h für Autos) gibt es auf einigen deutschen Straßen, und es werden immer mehr. Auch dabei scheint keine Rolle zu spielen, ob es technische Maßnahmen zur Lautstärkereduzierung gäbe. Manchmal ist wohl auch egal, wenn es in weiterem Umkreis gar keine Anwohner gibt, die die Straße wenigstens theoretisch hören könnten.


    Was die Hersteller betrifft: Ich bin Ingenieur, und da ist es normalerweise so: wenn ein Produkt nach einer Norm gebaut wird und diese Norm objektiv vollständig erfüllt (nicht mit fragwürdigen Tricks), und das Produkt entspricht trotzdem nicht den Erwartungen, die normiert wurden, dann liegt das Problem in der Norm und nicht im Produkt. Auch nicht bei den Herstellern des Produkts. Und auch nicht in der Verantwortung der Kunden des Produkts. Bei Motorrädern kommt dazu, daß die Normierung (Zulassungsvorschrift) und folglich die Produktpalette für die ganze EU gilt. Die EU hat ca. 447Mio Einwohner, Deutschland und Österreich zusammen nur ca. 92Mio. Außerhalb Deutschlands und Österreichs will die Mehrheit der Kunden anscheinend immernoch laute Motorräder, und die ca. 20% Deutsche und Österreicher fallen da mengenmäßig nicht sehr ins Gewicht. Wenn man in der Situation den Herstellern mit Euro4 lautere Motorräder erlaubt, dann werden sie die auch bauen, um ihre Marktanteile zu behalten. Die Hersteller stehen ja in Konkurrenz zueinander und befinden sich deshalb auch in einem Dilemma. Sie kollektiv mit Worten "in die Pflicht" nehmen zu wollen, wird daran wenig ändern. Nur wenn die Hersteller überzeugt würden, daß es für leise Motorräder und/oder Nachrüstlösungen einen lohnenden Markt gibt, sehe ich Hoffnung, daß sie auch ohne Änderung der Zulassungsvorschriften reagieren. Die saubere Lösung wäre aber eine sinnvolle, gut durchdachte Anpassung der Zulassungsvorschrift, und zwar möglichst bald.


    Das alles habe ich aber nicht in der Hand. Das Einzige, was ich selbst ändern kann, ist mein eigenes Motorrad - wenn man mich läßt.